Montag, 25. Januar 2016

"Der ist toll"



Ein Montagmorgen in der S-Bahn. Die ist wie immer zu kurz. Zu voll und zu spät.
Der Kontrolleur ist jung. Freundlich und „toll“ wie die Frau hinter mir bemerkt.
Bitte lassen Sie das Ticket stecken. Ich will Sie nicht kontrollieren – nur fragen, ob jemand einen Anschlusszug braucht, wenn wir angekommen sind.“ Erahnen Sie die erstaunten Blicke der Fahrgäste? Irgendwo raunt jemand, er würde die Bahn meiden, wenn es ginge.
Ich selbst fahre privat ja auch nicht mit der Bahn.“ Sagt der Kontrolleur. Ich frage ihn, wie seine Alternative aussieht. „Ich bin leidenschaftlicher Autofahrer!......... Viele Fahrgäste glauben ja auch, wir machen das extra mit den Verspätungen“, sagt er noch und guckt leicht geknickt.  
„Ich nicht,  sage ich ihm, ist doch schön, mehr Zeit zum lesen!“ Er lächelt und geht weiter….
Nein nein, für diese Fahrt verkaufe ich Ihnen kein Ticket. Sie fahren kostenlos. Bitte nur für den nächsten Zug ein Ticket lösen, ja?“ sagt er zu einem Fahrgast der eine Fahrkarte bei ihm kaufen will.
Ich drehe mich um und sage zu der Frau hinter  mir: „schon süß irgendwie, ne? „
„Ja, sagt sie – der ist TOLL!“

"Sie haben folgende Anschlusszüge....Zug xy wartet leider nicht auf Sie...aber Sie können es ja trotzdem versuchen..."

Ja - der ist echt toll.

Montag, 18. Januar 2016

Freitag, 15. Januar 2016

Saunanacht

toll, was die da im Harz so alles anbieten.
"Saunanacht zum Valentinstag"

Da liegt die Betonung wohl auf SAU...

Donnerstag, 14. Januar 2016

Fleischrollen to go

Er: "guckt mal, ich hab ein neues Highlight unten beim Bäcker.!" Macht die Tüte auf und strahlt: "Fleischrollen!"

...sorry - dafür muss ich nicht zum Bäcker. Fleischrollen hab ich schon.

Mittwoch, 13. Januar 2016

die Fitness App


Kollegin 1: "Ich hab da so ne Fitness App. Da trag ich ein, was ich esse und trinke und dann sagt die mir Abends, ob das gut war oder nicht."
Ich: "warum heisst das Fitness App, wenns nur ums Essen geht?"
Kollegin 1:" Nee nee. Da kann man auch Sport eintragen. Ich mach aber keinen Sport."
Ich: "Immerhin verbrennt das Eintippen des Essens n paar Kalorien"
Kollegin 1: "und wenn ich das mal vergesse, erinnert mich die APP dran."
Ich: "Ach."

Kollegin 2: "Du hast bestimmt ne Yoga App."
Ich: "Nee. Ich brauch keine App. Ich mach das einfach."
Kollegin 2: "Ach."

Dienstag, 12. Januar 2016

Samstag, 9. Januar 2016

"Ich hab meinem Mann blind vertraut!"

es ist Freitag Feierabend. Die versammelte Pendlergemeinde sitzt in der S-Bahn nach Leipzig. Ein Ehepaar steigt ein und fragt leicht besorgt, ob das der Zug nach Leipzig sei. Die gesamte Vierersitzgruppe nickt freundlich, als:

"sehr geehrte Fahrtgäste. Wegen eines was weiss ichs verzögert sich unsere Abfahrt. Wenn Sie es eilig haben, steigen Sie doch in den Zug gegenüber. Der ist dann auch schneller in Leipzig."

Man nickt sich gegenseitig zu. Wir stehen auf und wechseln die Gleisseite. "Es nervt ein bisschen, sagt er. Jedes Tag das Gleiche."
"Ist nicht zu ändern", sage ich, und zucke lächelnd mit den Schultern.
"Ich fahre jeden Tag", sagt er, die Situation betonend. "Ich auch", antworte ich und wir steigen ein.
Wieder steuert ein älteres Ehepaar auf uns zu und setzt sich. Er mit Koffer - Sie mit sorgenvollem Gesicht: "Wir sind zu früh ausgestiegen! Bis wir kapiert haben, dass das hier Halle und nicht Leipzig ist...ich schäme mich!"
Dann schaut sie ihren Mann an: "Ich hab Dir blind vertraut", "Und ich hab Gundula vertraut", antwortet er lächelnd und wendet den Blick mir zu: "So haben wir wenigstens auch mal den Bahnhof von Halle gesehen. Ist ja auch ganz schön."
Also er nimmts gelassen - Sie ist bekümmert, dass sie einfach ausgetsiegen sind an einem Bahnhof ohne zu gucken, wo sie sind.
"Ach, sage ich, ich bin mal in Bitterfeld gelandet und glauben Sie mir - da wollte ich ganz sicher nicht hin!"
"Das beruhigt mich jetzt, sagt sie.
Ich: "Deswegen erzähle ichs Ihnen. Ist doch halb so wild" und ich lege noch ein Plattitüde nach: "Wer keine Umwege geht, erlebt auch nix.!"
"Das stimmt", sagt sie und er fügt hinzu: "da haben Sie jetzt echte Lebenshilfe an uns geleistet!" Er lacht laut und wendet sich seiner Zeitung zu. Der Zug fährt los.
Nach einer Weile kommt der Schaffner - er ist eine Ausnahmeerscheinung - total gut gelaunt und lächelnd geht er durch die Reihen. Das Gesicht der Dame mir gegenüber verzieht sich allerdings zu einem peinlich berührten Lächeln: "Wir sind zu früh ausgestiegen. Kommt das öfter vor?" fragt sie den Schaffner und hofft auf ein JA. Stattdessen lacht der und sagt: "Nee - eigentlich nicht. Meistens steigen die Leute zu spät aus!"
Ich halte dem Schaffner mein Ticket hin: "können Sie mal sehen. So eine Seltenheit und wir können sagen ICH WAR DABEI!" "Ja, lacht er - ich war '89 dabei aber das war ja nix gegen DAS hier!"

"Ich hab meinem Mann blind vertraut!" die Frau grämt sich noch immer über eine Sache, die sonst niemanden stört. Nicht einmal ihren Mann, der ja nun immerhin auch eine Stunde später in Leipzig ankommt als geplant. Aber sie hat richtig zu kämpfen. "Und ausserdem hatten wir Verspätung", sagt sie. "Daran lag's. Wir haben nur auf die Zeit geachtet also ist die Bundesbahn schuld!"
"Die Bundesbahn?!" lacht der Schaffner. "Also da sind Sie dann wohl doch n bisschen spät dran. Die gibt's doch schon ewig nicht mehr - da sind Sie jetzt aber echt n paar Jahre stehengeblieben."

Auweia. Das war nix. Das Gesicht der Frau verfinstert sich und auch wenn der Schaffner es direkt spürt, dass sein gut gemeinter Witz ordentlich daneben gegangen ist, so kann er nix mehr machen. Gesagt ist gesagt. Ich bemühe mich zu retten: "Sie meinen wohl, um viele Jahre JUNG geblieben!"
"JA!", ruft er erleichtert "Ja vielen Dank, das habe ich natürlich gemeint!"
Dass er der Dame im Weggehen noch erklärt, Sie solle sich beim Aussteigen immer an ihn halten, damit es diesmal auch klappt, ist in seinem freundlich gemeinten Effekt eher fraglich.
Das Ehepaar bleibt mit kontrollierten Ticket zurück. Er liest lächelnd. Sie schaut mich verknittert an.
"Ich sag ja immer - alles ergibt am Ende einen Sinn," meine ich und lege damit eine weitere Plattitüde nach, die sich schon sehr bald, als sehr wahr herausstellen soll.

"Wo kommen Sie denn eigentlich her? Sind Sie schon lange unterwegs? frage ich und die Antwort bringt uns alle schlagartig auf den Boden der Heimeligkeit.
"Aus Herne."
Na klar. Meine Geburtsstadt. Wo sollten die zwei auch sonst herkommen und direkt neben mir auf dem Sitz landen. "Ha! Deswegen haben Sie uns auch sofort Beistand geleistet in unserer Situation!" ruft er und auch die Frau hat ihr Lächeln wieder. Es folgen "wie-heissen-Sie denn-wo-wohnten-Sie-denn-und-wo-sind-Sie-zur-Schule-gegangen-mein-Mann-kennt-in-Herne-Jeden-Fragen." Der Tag ist gerettet, die Zugfahrt beendet. Das erste Mal in Leipzig und immer 'n Stück Heimat mit dabei. Siehste. Am Ende ergibt immer alles einen Sinn.
Da hat die Bundesbahn ja doch n bisschen was Gutes gemacht.