Mittwoch, 27. Mai 2015

Trainspotting

warum mir diese Geschichte aus dem Jahr 1998 gerade heute einfällt, weiss ich nicht.
Aber offenbar hat sie Spuren hinterelassen, denn mein Kopf kennt sie noch.

Damals war ich für einige Monate in Frankreich, Toulouse. Eines Abends sitze ich der Bar Basque. Ein eigentlich ganz netter Laden. Bis auf die Toiletten. Allein der Vorraum verspricht nichts Gutes. Als sich die Toilettentür öffnet, kommt mir ein Mädchen mit verzerrtem Gesichtsausdruck entgegen. Sie sagt nur ein Wort:

TRAINSPOTTING

Wer den Film gesehen hat, ist nun im Bilde. Sie hatte leider recht.

Der Beliebtheit der Bar hat es wohl keinen Abbruch getan. Die gibts heute noch. Vielleicht fahr ich mal wieder hin. Könnte ja sein, dass die da auf den sanitären Anlagen zwischenzeitlich mal den Film gewechselt haben.

Dienstag, 26. Mai 2015

Gott sei Dank

Am Wochenende war ich in der Kirche.
Das passiert selten aber es passiert. Ich bin da ja nicht sooo.
Aber da gabs n Konzert. Orgelmusik. Mag ich. Also warum nicht?

In der Thomaskirche in Leipzig ist es rappelvoll. Auf der Suche nach einem Sitzplatz denke ich noch "vielleicht führt es Dich ja an einen Ort, der etwas Besonderes hat."
Und dann, als ich sitze, beginnt der Mann hinter mir seiner Begleitung zu erklären, dass er als Verwandter mit nach oben darf. Da wo der Chor singt. Man könne ja gleich mal raufgehen. Denn da sehe man die Jungs wenigstens.

Chor? Rauf? Ich drehe mich um:
"Verzeihung...Sie können nicht zufällig noch jemanden mit rauf nehmen?"

Wenig später gehts nach oben. Vorbei an den Umkleiden des berühmten Chors sozusagen Backstage.
Es dauerte keine zwei Takte, da hab ich geweint. Ohne Witz. Das war im wahrsten Sinne des Wortes umwerfend. Mich hats umgehauen und da sag ich doch mal: Gott sei Dank.


Donnerstag, 21. Mai 2015

Grinsegesicht

“A smile is happiness you’ll find right under your nose.” (Tom Wilson)
Leipzig Sachsenbrücke

Montag, 18. Mai 2015

Kompliment des Tages

Wochenende. Irgendwo in Bonn auf dem Trödelmarkt. Es ist noch früh - morgens kurz vor neun.
Die Laune ist b e s t e n s.
Wir zwei Freundinnen haben uns ne Weile nicht gesehen.
Unser Lachen erscheint allerdings etwas verdächtig. Sagt der Typ hinterm dem Trödel-Stand doch ernsthaft zu uns:

"boah, guck...am frühen Morgen schon total dicht."







Montag, 11. Mai 2015

S-Bahngeflüster

Montag Morgen in der S-Bahn.
Sie steigt ein. Er sitzt schon. (Er sieht aus, als würde er sich gleich übergeben. Schade, dass ich ihm gegenüber sitze)

Sie: "darf ich mich neben dir setzen?"
Er: "na von mir aus."

Dazu das Gesicht - die Charme-Offensive ist rund.

Dann gehts los:

Er: "die vom Arbeitsamt sind echt bekloppt. Die schicken dich immer zu Jobs, die voll weit weg sind - auch wenn die was in der Nähe haben. Aber ich hab mir meinen schon erzogen. Ich sach ja immer, besser man erzieht, als wenn man selber erzogen wird."

Sie: "ist der noch jung?"
Er: "Ansichtssache. Nicht so jung wie ich aber schon jung."

Sie: "ach guck mal, die da"
Beide winken einer jungen Frau, die gleich einsteigt.
Sie: "Die hat schon wieder einen intus"
Er: "?"
Sie: "jaja, die trinkt gerne einen." (Es ist Montag 6 Uhr irgendwas..dass die Lady vor mir den Alkoholpegel eines Menschen durch eine Fensterscheibe messen kann ist schon beeindruckend)
Er: "manche kommen ja mit der klar - ich nich."
Sie: "nee, ich nich."

Ich komme auch nicht klar. Mit den zwei Lästerköppen. Mittlerweile sehe ich wohl aus wie er.
Kurz vorm Vulkanausbruch meines Magens. Jetzt wird mir klar: der Bahnstreik vergangene Woche war ein Segen. Here we go again.

Danke Claus Weselsky für eine Woche Seelenfrieden.

Freitag, 8. Mai 2015

Anti-Meckern

neulich auf der Arbeit.....

"also nee - Deine Zufriedenheit ist doch nicht normal. 
 Du bist total Anti-Meckern - ist ja abartig."

Kann ich mich jetzt nicht drüber beschweren.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Praktische Bautipps eines Ästheten

    
Leipzig Südvorstadt

Montag, 4. Mai 2015

ich kann sie alle haben.

vor einiger Zeit erlebte ich eine Überraschung auf dem Weg zur S-Bahn. Ich wollte gerade die Treppen zum Bahnsteig hinaufspurten, als mich eine junge Stimme hinter mir zurückhielt:

"Hey..hallo Du..warte bitte."

Als ich mich umdrehe, schaue ich in ein leicht nervöses Jungengesicht.
"Ich musste Dich einfach ansprechen, Du bist so wunderschön." (Ich schwöre - das hat er wirklich gesagt....es gibt sie noch - die ganz grossen Worte)

Wie bitte? Also, huch. Danke aber...WIE BITTE? Der Junge Mann könnte mein Sohn sein!

"....wow...danke - wie heisst Du denn?"
"Johannes"
"Johannes - vielen Dank für das tolle Kompliment."

Das war nicht, was Johannes hören wollte. Jedenfalls nicht genug. In seinem Gesicht konnte ich deutlich ablesen: "Danke...ja schön und gut - aber WOMIT!? Ist das alles?"

Es war alles, was ich ihm geben konnte. Plus x:
"Johannes - ich danke Dir und muss jetzt zum Zug. Bitte bleib mutig!"

Nun gut...was soll mir diese Begegnung sagen? Ich kann sie alle haben. Alter spielt keine Rolle. Johannes hatte den Durchblick verloren. Echte Gentlemen wachsen nach. Fehler passieren. Oder habe ICH  einen Fehler gemacht? Vielleicht hätte ich ihn adoptieren sollen. Wär zumindest das Thema schon mal abgehakt.

In diesem Sinne: bleiben Sie mutig. Gern auch über 18.