Sonntag, 29. November 2009

"Ach, da isser ja"

wenn der erste Partygast 2 Minuten nach dem Eintreffen zur Frage ansetzt, "sag mal, wo ist eigentlich der...." dann abbricht, den Kühlschrank öffnet, den Jägermeister herausnimmt und sagt "ach, da isser ja.", dann weißt Du im Ansatz, was Dich erwartet. Und welchen Ruf Du Dir hart erarbeitet hast. Wenn dann um 3 Uhr in der Nacht die Polizei vor der Tür steht und feststellt: "DAS IST JA TOTAL LAUT!!!" kannst Du nur noch antworten. "DA GEBE ICH IHNEN RECHT." An dieser Stelle keine Fotos. Für mehr Phantasie!!!

Mittwoch, 25. November 2009

Arschloch ist Unisex

Fahrradfahren ist gesund, hält fit, spart Geld (wenn die Alternativen Bus oder Auto sind) und es kann Dich zum Arschloch machen. Seit gestern bin ich eins, mit der Erkenntnis, dass 'Arschloch' sowohl männlich als auch weiblich - also unisexuell - einsetzbar ist und das kam so:

Mit zwei Freunden radele ich entspannt über die Kö in Düsseldorf, die, wie man das von einer Luxusstraße erwarten kann, einen eigenen Radweg hat. Dabei kommt es allerdings immer wieder vor, dass Fußgänger den Radweg benutzen, so dass der freundliche Radfahrer hin und wieder einen Schlenker fahren muss. Besonders heikel wird es, wenn Dir in so einem Moment ein weiterer Radfahrer entgegenkommt. Wir radeln also über die Kö, als sowohl ein Fußgänger von Links auf den Radweg tritt als auch ein Radfahrer entgegen kommt. Der hätte natürlich einfach kurz über den Fußgängerweg ausweichen können, aber das tut ein anständiger Bürokrat nicht. Der Mann hält also stur geradeaus auf uns zu, ich trete etwas doller in die Pedale, um vor meine Freundin zu gelangen, neben der ich bisher gefahren war, damit der gute Mann von vorne auch seinen ihm zugeteilten Radfahrerplatz erhält, bzw. behält.
Leider bin ich nicht schnell genug, was den Mann in bemerkenswert emotionale Aufruhr versetzt. Während er den von mir erzwungenen (aber nur hauchdünnen!) Schlenker über den Fußweg fahren muss, blickt er mir tief in die Augen und ruft:  ARSCHLOCH!
Eine inbrünstigere, leidenschaftlichere Beschimpfung wäre in diesem Moment wohl kaum möglich gewesen. Fazit: Arschlöchinnen gibt es nicht. Wenn, dann sind wir alle ein Arschloch.

Dienstag, 24. November 2009

Montag, 23. November 2009

Mittwoch, 18. November 2009

Kleine Nase - große Freude


"Guten Tag", sagte der ältere Herr mit dem Bart freundlich, als er das Geschäft für Kitsch in allen Variationen in der Düsseldorfer Altstadt betrat. "Haben Sie Pappnasen?" "Pappnasen?", fragte die Verkäuferin. "Ja, schlichte, rote Pappnasen." Indem er es aussprach entdeckte er auch schon die Tüte mit den roten Schaumstoffnasen im Regal. "Ahhhh, toll, da sind sie ja! Wissen Sie, ich halte es wie ein deutscher Kabarettist, der gesagt hat: Leben Sie jeden Tag, als wäre es Ihr letzter. Eines Tages werden Sie damit recht behalten."
"Eckart von Hirschhausen", mische ich mich ein und der Mann fängt beinahe vor Freude an zu leuchten, wie die Tüte roter Pappnasen in seiner Hand: "Genau! Der schlägt nämlich vor, sich mit einer roten Pappnase im Gesicht ins Auto zu setzen und egal was um einen herum passiert, einfach stur geradeaus zu gucken. Am besten funktioniert das im Stau. Das wird ein Spaß!!!" Damit ging er zu Kasse, legte die ganze Tüte - da waren bestimmt 10 Nasen drin - auf die Theke und bezahlte. "Da haben Sie aber einiges vor", sage ich, "bei so vielen Nasen?!"
"Klar, ich will mich ja auch so richtig amüsieren", antwortete der ältere Herr mit dem Bart und verließ das Geschäft für Kitsch in allen Variationen in der Düsseldorfer Altstadt strahlend, mit 10 roten Pappnasen und riesiger Vorfreude auf den nächsten Stau.

Der kulturelle Hammer

Schön, mal wieder etwas gegen meine kulturelle Verdummung getan zu haben, wollte ich mir kurz vor Ende des Besuchs der Monet-Ausstellung sagen, als ich IHN entdeckte. Den absoluten Hammer. Sekunde, ein Hammer? Im Museum? Oh, und da steht auch was drauf: MONET......
Das war der Moment, in dem ich den Gedanken über die kulturelle Verdummung noch einmal überarbeiten musste: Haben die 'n Knall? Verkaufen im Museumsshop einen Hammer, der dadurch seine künstlerische Daseinsberechtigung im Hier und Jetzt erhalten soll, indem man da so ein lächerliches MONET draufdruckt?
Und dann der Preis: 12 Euro! Für einen Hammer, der wenn man ihn als Kunstobjekt betrachten will, ja wohl kaum zum Einsatz kommen dürfte. 12 Euro! Genauso viel zahlt der kunstinteressierte Bürger auch, um erst einmal das Museum betreten und die Bilder des Herrn Monet sehen zu können. Das ist doch 'n Hammer, oder?


Sonntag, 15. November 2009

Bravo! getextet...

In dieser Woche hatte ich das Vergnügen mal wieder in einer BRAVO zu blättern. Eine Schlagzeile fiel mir als besonders unsensibel auf:

"Zum ersten Mal bricht Rihanna ihr Schweigen über die Prügel- Attacke ihres Ex-Freundes Chris Brown! Wie sich Ihr Leben mit einem Schlag veränderte - (in der Onlineversion: Anfang Februar veränderte sich Rihannas Leben schlagartig...")

Wem es nicht direkt auffällt, möge sich folgende fiktive Schlagzeile vorstellen: "Familie Enke - wie Ihr Leben plötzlich entgleist."



Donnerstag, 12. November 2009

Achtung heiße Luft

Wenn doch überall ehrlich drauf stünde, was drin ist. Was hätten wir uns nicht alles ersparen können...

Mittwoch, 11. November 2009

Der Hähnchenmann heißt Max

vorhin bin ich wieder dem Hähnchenmann begegnet. Auf seinem Wagen steht "Hähnchen Max", also kombiniere ich, dass der Kerl Max heißt. Das ist vermutlich totaler Blödsinn, gibt mir aber ein angenehmeres Gefühl in der Hähnchengegend.
Max...Bratmax, strammer Max, Max Planck, Max und Moritz...warum nicht auch Hähnchen-Max? Ist doch ein schöner Name, Max. Kurz und gut. Wie würde auch Hähnchen-Gregor klingen? Oder Hähnchen-Jürgen, Hähnchen Siegbert...nee, wenn dann müsste da schon eine Alliteration her. Hähnchen-Hannes wär o.k. oder Hähnchen-Hubert. Aber so ist es ja nicht. Dieser Hähnchenmann heißt Max.

Jetzt wo ich länger drüber nachdenke, fällt mir auf, dass mir doch eigentlich total egal sein kann, wie der Hähnchen-Hansel heißt. Ich kauf da ja eh nicht ein.

Dienstag, 10. November 2009

Sehr geehrter Herr November

Sehr geehrter Herr November,

zunächst einmal, herzlichen Dank für Ihren Besuch, den Sie ja bereits vor Monaten angekündigt haben. Haben Sie sich mittlerweile bei uns eingelebt?

Lassen Sie uns rasch einige Dinge ansprechen, die uns während Ihres Aufenthaltes in unserem Leben aufgefallen sind. Sollten Sie in Betracht ziehen, uns in Zukunft ein weiteres Mal zu beehren, möchten wir Sie auf folgende Umstände aufmerksam machen:

- Kündigen Sie Ihre Begleitung wie Regen, Gewitter oder Wolken bitte unbedingt vor Antritt Ihres Besuches an, damit wir uns unseren Gästen anpassen können.
- In keinem Fall mitzubringen sind schlechte Stimmung oder als Weihnachtsmann verkleidete Osterhasen.
- Davon ausgenommen sind die Häuschen, die Sie uns freundlicherweise zur Mitte Ihres Aufenthaltes in unser Leben stellen. Diese sind aus traditionellen Gründen ein unerlässliches Mitbringsel Ihrerseits.
- Bezüglich der von Dächern kletternden Weihnachtsmänner gibt es eine neue Regelung während der Jagdsaison. Die rot-weißen Eindringlinge dürfen nun ohne Einschränkung in der Zeit Ihres Besuchs bis hin zum 23. Dezember geschossen werden. Dann wieder ab dem 27. Dezember. Sollten Sie auch in diesem Jahr auf die Pirsch gehen wollen, so vergessen Sie nicht, Ihr Präzisionsgewehr bei uns vorzubestellen.
- Etwa versehentlich erlegte Weihnachtsdekoration wie Blinksterne oder bunte Lichterketten können entweder vom Jäger heimlich entsorgt, oder in einem der Holzhäuschen weiterverkauft werden.

Zu guter Letzt hoffen wir, Ihnen einen angenehmen Aufenthalt gestalten zu können und wünschen Ihnen weiterhin eine schöne Zeit in unserem Leben. Für die in diesem Jahr unangekündigt mitgebrachten Gäste Regen, Gewitter, Wolken und schlechte Laune müssen wir leider eine Pauschale von 638, 25 € berechnen, von der ausschließlich und ohne Gewinn die psychiatrische Behandlung des Personals inklusive Depressiva gedeckt wird.

Wir hoffen, Ihnen hiermit gedient zu haben.
Herzlichst, Ihre Gastgeber.

Montag, 9. November 2009

Was ist besser, Ost oder West?

Meine Großeltern kannten die DDR gut. Sie wurden dort geboren, haben es aber rechtzeitig auf die andere Seite geschafft. Meine Uroma hat immer im Osten gelebt, durfte aber solange ich mich erinnere rüber, weil sie schon so alt war. Auch wenn sie nie bleiben wollte (vermutlich aus dem selben Grund - weil sie schon so alt war), war sie doch gelegentlich zu Besuch bei uns im Westen. Eines Tages, ich war noch klein, zu klein offenbar um zu kapieren, was diese ganze Ost-West-Kacke im Großen und Ganzen bedeutete, setzte sich die damals knapp 90-jährige Frau zu mir und stellte folgende Frage:

Was ist besser, Ost oder West?

Wie gesagt, ich war sehr klein und absolut überfordert mit dieser Frage, von der ich nur eins instinktiv verstand: Du musst sie beantworten. Die DDR kannte ich zwar von den Besuchen mit meinen Eltern und auch die quälend langen Anreisen, das Warten an der Grenze, die fast immer grimmig guckenden Grenzer hatte ich in Erinnerung aber wie gesagt: ganz verstanden hatte ich als Kind noch nicht, was da vor sich ging. Ich werde aber nie vergessen, was ich tat, als meine Uroma die besagte Frage stellte. "Was ist besser, Ost oder West?" Wie sollte ich herausfinden, welche Antwort die Richtige war? Ich ließ beide Wörter durch meinen Kopf schwingen. OST....WEST...WEST...OST...
"West ist besser", antwortete ich schließlich, und die Freude meiner Uroma war groß. Freude und Anerkennung strömten mir entgegen, die Antwort war ganz offenbar die Richtige gewesen. Heute ärgere ich mich ein bisschen, dass ich damals noch zu klein war, um zu begreifen. Andererseits bin ich froh, trotzdem die richtige Antwort gefunden zu haben. Auch wenn ich sie nur an ihrem Klang ausgemacht habe.

Freitag, 6. November 2009

Wochenende!

Endlich. Nach einer wirklich blöden Woche sind wir am Ende angekommen. Jetzt stehen die Voraussetzungen denkbar schlecht: alle Hoffnungen liegen auf dem JETZT. Sehr viel Druck. Können wir das schaffen? Versuchen wirs.

Mittwoch, 4. November 2009

Wenn der Hähnchenmann grüßt

Wenn der Hähnchenmann grüßt, bekomme ich immer ein flaues Gefühl im Magen und das kam so: Einmal die Woche ist Markt am Platz. Da stehen dann ein paar Buden wie der Fischmann, der Brötchen- und der Blumenmann und auch der Hähnchenmann. Jedes Mal, wenn ich da vorbeigehe, grüßt der mich überschwänglich, obwohl ich da erst einmal was gekauft habe. Ist halt 'n netter Hähnchenmann, denken Sie? Mag sein, er ist in aller Linie aber ein guter Geschäftsmann, denn auch schon beim ersten (wie einzigen) Mal hat er mich begrüßt, als wäre ich sein allerliebster Stammkunde. "Hey, hallo, wie geht es Ihnen heute, waren Sie zufrieden beim letzten Mal, na werden Sie schon, sonst würden Sie ja heute nicht wiederkommen."
Es hat ein paar Sekunden gebraucht, bis ich gerafft habe, dass er dummes Zeug redet. Ich war bis zu diesem Tag noch nie vorher da gewesen. Egal. Ich wollte ein halbes Hähnchen, ich kriegte ein halbes Hähnchen und ein halbes Duzend freundliche Worte dazu. Was dann kam, dafür kann der Hähnchenmann nichts. Doch wüsste er es, er würde sich seine bis heute anhaltenden freundlichen Grüße für jemand anders aufsparen, denn ich werde dort n i e w i e d e r ein halbes Hähnchen kaufen. Wie gesagt, der Hähnchenmann kann nichts dafür, aber das spielt unterm Strich keine Rolle.
Es war ein sehr leckeres halbes Hähnchen, was mir der Hähnchenmann da verkauft hatte, deswegen aß ich es auch ganz auf. FEHLER! Zwei Stunden später war ich zum Joggen verabredet und das Hähnchen kam mit. Es war die schrecklichste, schmerzhafteste und abschreckendeste Erfahrung, die ich jemals beim Joggen machen musste. Dieses Hähnchen hatte es offenbar nicht so eilig gehabt verdaut zu werden und so spürte ich bei jedem Schritt - bei jedem einzelnen Schritt der rund 7 Kilometer Laufstrecke - wie das Hähnchen in mir zu protestieren begann. Es war so, als bohrte es sich mit seinem Schnabel in meinen Magen, die Füße in meine Seiten gestemmt, dabei noch ein Ei legend. Dazu hatte ich kaum auszuhaltenden Durst. Wieder FEHLER! Denn jedes Mal, wenn ich einen Schluck Wasser nahm, drehte das Hähnchen noch mal richtig auf. Zusammenfassend will ich sagen: bitte nicht nachmachen. Das macht keinen Spaß. Und so kann der freundliche Hähnchenmann noch so freundlich sein. Mir wird er kein Hähnchen mehr verkaufen.

Neulich grüßte mich der Blumenmann. Der, der so aussieht wie eine Mischung aus Michael Fitz (Tatort) und Stefan Jürgens (RTL Samstag Nacht). Bei dem hab ich auch noch nie was gekauft. Aber das ist in Ordnung. Erstens sieht der viel besser aus als der Hähnchenmann und zweitens scheint mir die Gefahr mit Blumen joggen zu gehen, doch eher gering.

Dienstag, 3. November 2009

Lustlos

Da konnte ich mich vorhin selbst nicht ausstehen, wie ich so lustlos am Schreibtisch saß. Ich will gar nicht wissen, wie bescheuert das ausgesehen hat, die knallgelbe Jacke noch an (keinen Bock, sie auszuziehen) die oft erwähnten Fellhausschuhe an den Füßen, die nicht gerade zur Steigerung der Attraktivität beitragen, (aber keinen Bock mir den Arsch abzufrieren), hungrig wie nie (aber keinen Bock in die Küche zu gehen) kurz: es war ein klarer Anfall von Lustlosigkeit.

Gerade nehme ich dieses kleine grüne Buch aus dem Regal mit dem Vogel vorne drauf. Da steht für jeden Tag ein Spruch drin. Ich lese und bemerke, dass ich wohl erst den Poeten rauskramen muss um zu kapieren: das Schlimme ist nicht der Anfall von Lustlosigkeit, sondern die fehlende Leidenschaft dabei.

"Tod ist, wenn einer lebt und es nicht weiß." - Rilke -

Montag, 2. November 2009

Eine Kiste Tagebuch



Es gibt sie, die Dinge, die Dich gleichzeitig glücklich wie wehmütig machen. So fand ich heute eines dieser Dinge auf dem Dachboden wieder. Eine Kiste voller Erinnerungen. Briefe, Postkarten, Zettelchen, die Dir wie mit einem zeitraffenden Vorschlaghammer vor Augen führen wer Du bist und wer Du warst. Wen Du kennst und einmal kanntest. Warum Du glücklich und warum traurig warst. Wütend, verzeifelt, ahnungs- oder bedeutungslos. Wahnsinng verliebt oder wahnsinnig verwirrt. Wahnsinnig nachdenklich oder wahnsinnig gedankenlos. Wahnsinnig an sich vielleicht. Die Postkarte der Klassenkameradin, der zaghafte Liebesbrief eines Verehrers, die Grüße eines Freundes von der Weltreise oder eine im Unterricht dahingeschmierte Verabredung für den Nachmittag mit der Freundin. Das Erinnerungsfoto an einen aufregenden Urlaub, in dem Du neue Menschen kennenlerntest, die Einladung zum 23sten Geburtstages dieses Typen, in den Du unsterblich verknallt warst. Unglaubliche Erinnerungen. Unglaublich schön und unglaubllich wichtig. Besser als ein Tagebuch, denn Du hast es nicht selbst verfasst, es wurde für Dich geschrieben.