Donnerstag, 31. Dezember 2009

Der Übergang

Finden Sie nicht auch, dass es ein bisschen moderig klingt, wenn sich die Menschen an Silvester einen "guten Übergang" wünschen? Huuuu, ich denke immer an ganz morbide Dinge, wenn ich das höre.
Nicht, dass der "gute Rutsch" besser klingt. Ich meine, wer will sich schon rutschend ins neue Jahr bewegen? So besoffen will ich gar nicht werden, um auf allen vieren die Schwelle zum neuen Jahrzehnt zu betreten. "Sssssweitaußendzehen....da binnnnisch, hicks!" Och nö. Diesmal nicht.

Aber wenn mir diese Wünsche nicht gefallen, ist das mein Pech. Beide haben ihren Hintergrund. Der Übergang erklärt sich ja von selbst. Da gehen wir eben von einem Jahr ins andere über. Wie verlassen das alte, abgelebte Jahr um uns mit dem Neuen zu amüsieren. Na, und der gute "Rutsch" - der hat gar nichts mit rutschen zu tun, sondern kommt angeblich aus dem hebräischen. Von 'Rosch ha schana' , was soviel bedeutet wie: 'einen guten Kopf'.

Na bitte, das passt doch aber wunderbar. Den guten Kopf, den werden wir doch sicher alle morgen haben...ob nun auf allen Vieren reingerutscht oder gut übergegangen. Tun wir's einfach. Prost Neujahr!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Let's do it...


Dienstag, 29. Dezember 2009

3 Mal auf Holz geklopft....


Das macht man doch so, um Glück zu wünschen. "Toi Toi Toi" zu sagen, oder einfach nur "Tschüß".  Drei mal auf Holz klopfen, bzw. auf den Tisch, wenn wir bei Verabschiedungen bleiben. Das hat ja auch was Praktisches, Du musst nicht jedem Anwesenden die Hand schütteln, wenn Du gehst. Je nach Anzahl der Gäste, kann das nämlich ganz schön langwierig werden.


Gestern Abend: Spieleparty. Ich saß am Jenga-Tisch. (eine Art Bauklötzchenturm, der im Laufe jeder Spielrunde immer wackeliger wird, aber nicht einstürzen darf). Während die Jenga-Gruppe also um den statisch schon bedenklich aussehenden Holzturm sitzt und sich Runde um Runde mühsam durchkämpft verabschiedet sich der erste Gast.......

.....hätte er doch besser Hände geschüttelt.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

24. Dezember

Montag, 21. Dezember 2009

Der unfreundlichste Mensch Düsseldorfs

Heute habe ich den unfreundlichsten Menschen Düsseldorfs kennengelernt. Ich bin sehr sicher.
Bei dem Versuch in eine extrem verschneite Parklücke hineinzukommen sehe ich ihn schon sein Auto freischaufeln. Hey, denke ich noch, das Wetter schweist zusammen, wir kämpfen uns alle durch den Schnee. Irgendwie nett. Keine Minute später stecke ich fest. Komme nicht mehr vor, nicht mehr zurück. Jedenfalls nicht alleine. Mist. Also mache ich das Fenster auf, um den schaufelnden Leidensgenossen um Hilfe zu bitten. "Entschuldigen Sie, könnten Sie vielleicht kurz mein Auto anschieben? Ich habe mich festgefahren.."

Und dann antwortete der unfreundlichste Mensch Düsseldorfs: "Nein. Ich leg mich doch nicht lang!"
Aaaaha, na vielen Dank. Ich spare mir, laut auszusprechen, was mir durch den Kopf schießt, um nicht auf Platz zwei der unfreundlichsten Menschen Düsseldorfs zu landen. Am Ende habe ich es alleine in die Parklücke geschafft. So! Und wer weiß, ob ich gleich beim Ausparken nicht aus Versehen, das Auto vor mir.....ich weiß ja wem es gehört: Dem unfreundlichsten Menschen Düsseldorfs.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Der Poet in mir - ein gespaltenes Verhältnis

Manchmal ist er da. Einfach so. Wie viele Dinge ganz plötzlich da sind im Leben, ohne dass Du Dich dagegen wehren kannst. Der Poet in mir kommt überraschend. Oder nein, anders. Eigentlich ist er immer da, aber er kommt nur manchmal zum Vorschein. Und das ist dann eben doch überraschend, weil ich schon so lange nicht mehr an ihn gedacht habe. Unser Verhältnis ist ein wenig gespalten. In der Tiefe meines Herzens liebe ich ihn, was nicht verwunderlich ist, denn dort kommt er schließlich her. Aus der Tiefe meines Herzens. Doch genau da, in seiner Zentrale, seinem Wohnzimmer ist er besonders stark und ich besonders empfindlich und so kann er mich auch manchmal ganz schön aus dem Konzept bringen, der Poet in mir, wenn er plötzlich vor mir steht und nicht mehr aufhört zu reden. Wie ein Lied, dass Du immer und immer wieder in Deinem Kopf hörst und es nicht zur Ruhe bringen kannst. (Nicht ohne Grund eine durchaus gängige Methode der Folter)

So. Und jetzt werde ich meinem Poeten etwas vorlesen. Um ihn abzulenken. Ich schlage das Buch auf, in dem für jeden Tag des Jahres ein weiser Spruch steht, suche die Seite mit dem 20. Dezember und finde dort:

"Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon" - Rainer Maria Rilke

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Besser den Spatz in der Hand

als 300 Tauben auf dem Dach....





Sonntag, 13. Dezember 2009

Wer nicht schreibt, der guckt Teil 2

Alter Schwede, Du hast mich enttäuscht...aber von vorn.

Klickte man vor einigen Wochen auf den Link in meinem Post, so erschien dort ein Video. Die verlinkte Seite kam aus Schweden. Offenbar fand aber nicht nur ich dieses Video verlinkenswert, denn klickt man heute dort, erscheint nur noch dieser Hinweis.




Eine sehr bedauerliche Entwicklung der Dinge. So muss es heute also heißen: Wer nicht schreibt, der guckt in die Röhre.
Alter Schwede, Du hast mich enttäuscht.

Freitag, 11. Dezember 2009

Alte Liebe

Da zapp ich so durchs Fernsehprogramm (schlimm genug in der Mittagszeit) und entdecke eine alte musikalische Liebe. Gesungen vor Jahren auf einer Hochzeitsfeier. Die Ehe gibt's nicht mehr....das Lied hat durchgehalten. Immerhin.


Donnerstag, 10. Dezember 2009

Bestechungsversuch?

Wer hat mir das auf den Schreibtisch gestellt? Und warum? Was muss ich dafür tun?


......okay, egal was es ist: ich mach's.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Dir gehts dreckig?

Wenn Du glaubst, Dir geht es dreckig.....gibt es irgendwo immer einen, dem es noch dreckiger geht.




Donnerstag, 3. Dezember 2009

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Schreibblockade

Schreibblockade
Schreibblockad  
Schreibblocka 
Schreibblock
Schreibbloc
Schreibblo
Schreibbl
Schreibb
Schreib
Schre
Schr
Sch
Sc
S

Sonntag, 29. November 2009

"Ach, da isser ja"

wenn der erste Partygast 2 Minuten nach dem Eintreffen zur Frage ansetzt, "sag mal, wo ist eigentlich der...." dann abbricht, den Kühlschrank öffnet, den Jägermeister herausnimmt und sagt "ach, da isser ja.", dann weißt Du im Ansatz, was Dich erwartet. Und welchen Ruf Du Dir hart erarbeitet hast. Wenn dann um 3 Uhr in der Nacht die Polizei vor der Tür steht und feststellt: "DAS IST JA TOTAL LAUT!!!" kannst Du nur noch antworten. "DA GEBE ICH IHNEN RECHT." An dieser Stelle keine Fotos. Für mehr Phantasie!!!

Mittwoch, 25. November 2009

Arschloch ist Unisex

Fahrradfahren ist gesund, hält fit, spart Geld (wenn die Alternativen Bus oder Auto sind) und es kann Dich zum Arschloch machen. Seit gestern bin ich eins, mit der Erkenntnis, dass 'Arschloch' sowohl männlich als auch weiblich - also unisexuell - einsetzbar ist und das kam so:

Mit zwei Freunden radele ich entspannt über die Kö in Düsseldorf, die, wie man das von einer Luxusstraße erwarten kann, einen eigenen Radweg hat. Dabei kommt es allerdings immer wieder vor, dass Fußgänger den Radweg benutzen, so dass der freundliche Radfahrer hin und wieder einen Schlenker fahren muss. Besonders heikel wird es, wenn Dir in so einem Moment ein weiterer Radfahrer entgegenkommt. Wir radeln also über die Kö, als sowohl ein Fußgänger von Links auf den Radweg tritt als auch ein Radfahrer entgegen kommt. Der hätte natürlich einfach kurz über den Fußgängerweg ausweichen können, aber das tut ein anständiger Bürokrat nicht. Der Mann hält also stur geradeaus auf uns zu, ich trete etwas doller in die Pedale, um vor meine Freundin zu gelangen, neben der ich bisher gefahren war, damit der gute Mann von vorne auch seinen ihm zugeteilten Radfahrerplatz erhält, bzw. behält.
Leider bin ich nicht schnell genug, was den Mann in bemerkenswert emotionale Aufruhr versetzt. Während er den von mir erzwungenen (aber nur hauchdünnen!) Schlenker über den Fußweg fahren muss, blickt er mir tief in die Augen und ruft:  ARSCHLOCH!
Eine inbrünstigere, leidenschaftlichere Beschimpfung wäre in diesem Moment wohl kaum möglich gewesen. Fazit: Arschlöchinnen gibt es nicht. Wenn, dann sind wir alle ein Arschloch.

Dienstag, 24. November 2009

Montag, 23. November 2009

Mittwoch, 18. November 2009

Kleine Nase - große Freude


"Guten Tag", sagte der ältere Herr mit dem Bart freundlich, als er das Geschäft für Kitsch in allen Variationen in der Düsseldorfer Altstadt betrat. "Haben Sie Pappnasen?" "Pappnasen?", fragte die Verkäuferin. "Ja, schlichte, rote Pappnasen." Indem er es aussprach entdeckte er auch schon die Tüte mit den roten Schaumstoffnasen im Regal. "Ahhhh, toll, da sind sie ja! Wissen Sie, ich halte es wie ein deutscher Kabarettist, der gesagt hat: Leben Sie jeden Tag, als wäre es Ihr letzter. Eines Tages werden Sie damit recht behalten."
"Eckart von Hirschhausen", mische ich mich ein und der Mann fängt beinahe vor Freude an zu leuchten, wie die Tüte roter Pappnasen in seiner Hand: "Genau! Der schlägt nämlich vor, sich mit einer roten Pappnase im Gesicht ins Auto zu setzen und egal was um einen herum passiert, einfach stur geradeaus zu gucken. Am besten funktioniert das im Stau. Das wird ein Spaß!!!" Damit ging er zu Kasse, legte die ganze Tüte - da waren bestimmt 10 Nasen drin - auf die Theke und bezahlte. "Da haben Sie aber einiges vor", sage ich, "bei so vielen Nasen?!"
"Klar, ich will mich ja auch so richtig amüsieren", antwortete der ältere Herr mit dem Bart und verließ das Geschäft für Kitsch in allen Variationen in der Düsseldorfer Altstadt strahlend, mit 10 roten Pappnasen und riesiger Vorfreude auf den nächsten Stau.

Der kulturelle Hammer

Schön, mal wieder etwas gegen meine kulturelle Verdummung getan zu haben, wollte ich mir kurz vor Ende des Besuchs der Monet-Ausstellung sagen, als ich IHN entdeckte. Den absoluten Hammer. Sekunde, ein Hammer? Im Museum? Oh, und da steht auch was drauf: MONET......
Das war der Moment, in dem ich den Gedanken über die kulturelle Verdummung noch einmal überarbeiten musste: Haben die 'n Knall? Verkaufen im Museumsshop einen Hammer, der dadurch seine künstlerische Daseinsberechtigung im Hier und Jetzt erhalten soll, indem man da so ein lächerliches MONET draufdruckt?
Und dann der Preis: 12 Euro! Für einen Hammer, der wenn man ihn als Kunstobjekt betrachten will, ja wohl kaum zum Einsatz kommen dürfte. 12 Euro! Genauso viel zahlt der kunstinteressierte Bürger auch, um erst einmal das Museum betreten und die Bilder des Herrn Monet sehen zu können. Das ist doch 'n Hammer, oder?


Sonntag, 15. November 2009

Bravo! getextet...

In dieser Woche hatte ich das Vergnügen mal wieder in einer BRAVO zu blättern. Eine Schlagzeile fiel mir als besonders unsensibel auf:

"Zum ersten Mal bricht Rihanna ihr Schweigen über die Prügel- Attacke ihres Ex-Freundes Chris Brown! Wie sich Ihr Leben mit einem Schlag veränderte - (in der Onlineversion: Anfang Februar veränderte sich Rihannas Leben schlagartig...")

Wem es nicht direkt auffällt, möge sich folgende fiktive Schlagzeile vorstellen: "Familie Enke - wie Ihr Leben plötzlich entgleist."



Donnerstag, 12. November 2009

Achtung heiße Luft

Wenn doch überall ehrlich drauf stünde, was drin ist. Was hätten wir uns nicht alles ersparen können...

Mittwoch, 11. November 2009

Der Hähnchenmann heißt Max

vorhin bin ich wieder dem Hähnchenmann begegnet. Auf seinem Wagen steht "Hähnchen Max", also kombiniere ich, dass der Kerl Max heißt. Das ist vermutlich totaler Blödsinn, gibt mir aber ein angenehmeres Gefühl in der Hähnchengegend.
Max...Bratmax, strammer Max, Max Planck, Max und Moritz...warum nicht auch Hähnchen-Max? Ist doch ein schöner Name, Max. Kurz und gut. Wie würde auch Hähnchen-Gregor klingen? Oder Hähnchen-Jürgen, Hähnchen Siegbert...nee, wenn dann müsste da schon eine Alliteration her. Hähnchen-Hannes wär o.k. oder Hähnchen-Hubert. Aber so ist es ja nicht. Dieser Hähnchenmann heißt Max.

Jetzt wo ich länger drüber nachdenke, fällt mir auf, dass mir doch eigentlich total egal sein kann, wie der Hähnchen-Hansel heißt. Ich kauf da ja eh nicht ein.

Dienstag, 10. November 2009

Sehr geehrter Herr November

Sehr geehrter Herr November,

zunächst einmal, herzlichen Dank für Ihren Besuch, den Sie ja bereits vor Monaten angekündigt haben. Haben Sie sich mittlerweile bei uns eingelebt?

Lassen Sie uns rasch einige Dinge ansprechen, die uns während Ihres Aufenthaltes in unserem Leben aufgefallen sind. Sollten Sie in Betracht ziehen, uns in Zukunft ein weiteres Mal zu beehren, möchten wir Sie auf folgende Umstände aufmerksam machen:

- Kündigen Sie Ihre Begleitung wie Regen, Gewitter oder Wolken bitte unbedingt vor Antritt Ihres Besuches an, damit wir uns unseren Gästen anpassen können.
- In keinem Fall mitzubringen sind schlechte Stimmung oder als Weihnachtsmann verkleidete Osterhasen.
- Davon ausgenommen sind die Häuschen, die Sie uns freundlicherweise zur Mitte Ihres Aufenthaltes in unser Leben stellen. Diese sind aus traditionellen Gründen ein unerlässliches Mitbringsel Ihrerseits.
- Bezüglich der von Dächern kletternden Weihnachtsmänner gibt es eine neue Regelung während der Jagdsaison. Die rot-weißen Eindringlinge dürfen nun ohne Einschränkung in der Zeit Ihres Besuchs bis hin zum 23. Dezember geschossen werden. Dann wieder ab dem 27. Dezember. Sollten Sie auch in diesem Jahr auf die Pirsch gehen wollen, so vergessen Sie nicht, Ihr Präzisionsgewehr bei uns vorzubestellen.
- Etwa versehentlich erlegte Weihnachtsdekoration wie Blinksterne oder bunte Lichterketten können entweder vom Jäger heimlich entsorgt, oder in einem der Holzhäuschen weiterverkauft werden.

Zu guter Letzt hoffen wir, Ihnen einen angenehmen Aufenthalt gestalten zu können und wünschen Ihnen weiterhin eine schöne Zeit in unserem Leben. Für die in diesem Jahr unangekündigt mitgebrachten Gäste Regen, Gewitter, Wolken und schlechte Laune müssen wir leider eine Pauschale von 638, 25 € berechnen, von der ausschließlich und ohne Gewinn die psychiatrische Behandlung des Personals inklusive Depressiva gedeckt wird.

Wir hoffen, Ihnen hiermit gedient zu haben.
Herzlichst, Ihre Gastgeber.

Montag, 9. November 2009

Was ist besser, Ost oder West?

Meine Großeltern kannten die DDR gut. Sie wurden dort geboren, haben es aber rechtzeitig auf die andere Seite geschafft. Meine Uroma hat immer im Osten gelebt, durfte aber solange ich mich erinnere rüber, weil sie schon so alt war. Auch wenn sie nie bleiben wollte (vermutlich aus dem selben Grund - weil sie schon so alt war), war sie doch gelegentlich zu Besuch bei uns im Westen. Eines Tages, ich war noch klein, zu klein offenbar um zu kapieren, was diese ganze Ost-West-Kacke im Großen und Ganzen bedeutete, setzte sich die damals knapp 90-jährige Frau zu mir und stellte folgende Frage:

Was ist besser, Ost oder West?

Wie gesagt, ich war sehr klein und absolut überfordert mit dieser Frage, von der ich nur eins instinktiv verstand: Du musst sie beantworten. Die DDR kannte ich zwar von den Besuchen mit meinen Eltern und auch die quälend langen Anreisen, das Warten an der Grenze, die fast immer grimmig guckenden Grenzer hatte ich in Erinnerung aber wie gesagt: ganz verstanden hatte ich als Kind noch nicht, was da vor sich ging. Ich werde aber nie vergessen, was ich tat, als meine Uroma die besagte Frage stellte. "Was ist besser, Ost oder West?" Wie sollte ich herausfinden, welche Antwort die Richtige war? Ich ließ beide Wörter durch meinen Kopf schwingen. OST....WEST...WEST...OST...
"West ist besser", antwortete ich schließlich, und die Freude meiner Uroma war groß. Freude und Anerkennung strömten mir entgegen, die Antwort war ganz offenbar die Richtige gewesen. Heute ärgere ich mich ein bisschen, dass ich damals noch zu klein war, um zu begreifen. Andererseits bin ich froh, trotzdem die richtige Antwort gefunden zu haben. Auch wenn ich sie nur an ihrem Klang ausgemacht habe.

Freitag, 6. November 2009

Wochenende!

Endlich. Nach einer wirklich blöden Woche sind wir am Ende angekommen. Jetzt stehen die Voraussetzungen denkbar schlecht: alle Hoffnungen liegen auf dem JETZT. Sehr viel Druck. Können wir das schaffen? Versuchen wirs.

Mittwoch, 4. November 2009

Wenn der Hähnchenmann grüßt

Wenn der Hähnchenmann grüßt, bekomme ich immer ein flaues Gefühl im Magen und das kam so: Einmal die Woche ist Markt am Platz. Da stehen dann ein paar Buden wie der Fischmann, der Brötchen- und der Blumenmann und auch der Hähnchenmann. Jedes Mal, wenn ich da vorbeigehe, grüßt der mich überschwänglich, obwohl ich da erst einmal was gekauft habe. Ist halt 'n netter Hähnchenmann, denken Sie? Mag sein, er ist in aller Linie aber ein guter Geschäftsmann, denn auch schon beim ersten (wie einzigen) Mal hat er mich begrüßt, als wäre ich sein allerliebster Stammkunde. "Hey, hallo, wie geht es Ihnen heute, waren Sie zufrieden beim letzten Mal, na werden Sie schon, sonst würden Sie ja heute nicht wiederkommen."
Es hat ein paar Sekunden gebraucht, bis ich gerafft habe, dass er dummes Zeug redet. Ich war bis zu diesem Tag noch nie vorher da gewesen. Egal. Ich wollte ein halbes Hähnchen, ich kriegte ein halbes Hähnchen und ein halbes Duzend freundliche Worte dazu. Was dann kam, dafür kann der Hähnchenmann nichts. Doch wüsste er es, er würde sich seine bis heute anhaltenden freundlichen Grüße für jemand anders aufsparen, denn ich werde dort n i e w i e d e r ein halbes Hähnchen kaufen. Wie gesagt, der Hähnchenmann kann nichts dafür, aber das spielt unterm Strich keine Rolle.
Es war ein sehr leckeres halbes Hähnchen, was mir der Hähnchenmann da verkauft hatte, deswegen aß ich es auch ganz auf. FEHLER! Zwei Stunden später war ich zum Joggen verabredet und das Hähnchen kam mit. Es war die schrecklichste, schmerzhafteste und abschreckendeste Erfahrung, die ich jemals beim Joggen machen musste. Dieses Hähnchen hatte es offenbar nicht so eilig gehabt verdaut zu werden und so spürte ich bei jedem Schritt - bei jedem einzelnen Schritt der rund 7 Kilometer Laufstrecke - wie das Hähnchen in mir zu protestieren begann. Es war so, als bohrte es sich mit seinem Schnabel in meinen Magen, die Füße in meine Seiten gestemmt, dabei noch ein Ei legend. Dazu hatte ich kaum auszuhaltenden Durst. Wieder FEHLER! Denn jedes Mal, wenn ich einen Schluck Wasser nahm, drehte das Hähnchen noch mal richtig auf. Zusammenfassend will ich sagen: bitte nicht nachmachen. Das macht keinen Spaß. Und so kann der freundliche Hähnchenmann noch so freundlich sein. Mir wird er kein Hähnchen mehr verkaufen.

Neulich grüßte mich der Blumenmann. Der, der so aussieht wie eine Mischung aus Michael Fitz (Tatort) und Stefan Jürgens (RTL Samstag Nacht). Bei dem hab ich auch noch nie was gekauft. Aber das ist in Ordnung. Erstens sieht der viel besser aus als der Hähnchenmann und zweitens scheint mir die Gefahr mit Blumen joggen zu gehen, doch eher gering.

Dienstag, 3. November 2009

Lustlos

Da konnte ich mich vorhin selbst nicht ausstehen, wie ich so lustlos am Schreibtisch saß. Ich will gar nicht wissen, wie bescheuert das ausgesehen hat, die knallgelbe Jacke noch an (keinen Bock, sie auszuziehen) die oft erwähnten Fellhausschuhe an den Füßen, die nicht gerade zur Steigerung der Attraktivität beitragen, (aber keinen Bock mir den Arsch abzufrieren), hungrig wie nie (aber keinen Bock in die Küche zu gehen) kurz: es war ein klarer Anfall von Lustlosigkeit.

Gerade nehme ich dieses kleine grüne Buch aus dem Regal mit dem Vogel vorne drauf. Da steht für jeden Tag ein Spruch drin. Ich lese und bemerke, dass ich wohl erst den Poeten rauskramen muss um zu kapieren: das Schlimme ist nicht der Anfall von Lustlosigkeit, sondern die fehlende Leidenschaft dabei.

"Tod ist, wenn einer lebt und es nicht weiß." - Rilke -

Montag, 2. November 2009

Eine Kiste Tagebuch



Es gibt sie, die Dinge, die Dich gleichzeitig glücklich wie wehmütig machen. So fand ich heute eines dieser Dinge auf dem Dachboden wieder. Eine Kiste voller Erinnerungen. Briefe, Postkarten, Zettelchen, die Dir wie mit einem zeitraffenden Vorschlaghammer vor Augen führen wer Du bist und wer Du warst. Wen Du kennst und einmal kanntest. Warum Du glücklich und warum traurig warst. Wütend, verzeifelt, ahnungs- oder bedeutungslos. Wahnsinng verliebt oder wahnsinnig verwirrt. Wahnsinnig nachdenklich oder wahnsinnig gedankenlos. Wahnsinnig an sich vielleicht. Die Postkarte der Klassenkameradin, der zaghafte Liebesbrief eines Verehrers, die Grüße eines Freundes von der Weltreise oder eine im Unterricht dahingeschmierte Verabredung für den Nachmittag mit der Freundin. Das Erinnerungsfoto an einen aufregenden Urlaub, in dem Du neue Menschen kennenlerntest, die Einladung zum 23sten Geburtstages dieses Typen, in den Du unsterblich verknallt warst. Unglaubliche Erinnerungen. Unglaublich schön und unglaubllich wichtig. Besser als ein Tagebuch, denn Du hast es nicht selbst verfasst, es wurde für Dich geschrieben.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Donnerstag

 4:00 der Wecker klingelt. Ich leide, widerstehe dennoch dem Impuls einfach liegen zu bleiben. Aber: 4 Uhr ist  ein Arschloch!
 4:30 beim Verlassen des Hauses schiebt sich die Zeitungsausträgerin mit ihrem Rollwagen und dem traurigen Blick über die Straße... Gleich geht es mir schon etwas besser, bei den traurigen Augen wage ich es nicht, noch weiter zu leiden.
5:00 Im Radio angekommen. Ein Zettel auf dem Schreibtisch verrät mir, dass ich gut daran getan habe, vorhin nicht liegen geblieben zu sein. Der Chef hat Dienst. Dem wär sicher aufgefallen, wenn ich nicht zur Arbeit komme.
6:00 Diese Klimaanlage im Studio sollte sich mit 4 Uhr anfreunden, ist auch ein Arschloch und pustet mir ständig in den Nacken. Auf Nachfrage der Kollegen beteuere ich, dass ich nicht zum Islam konvertiert habe, der Schal auf meinem Kopf sei lediglich zum Schutz vor dem Eiswind in meinem Nacken.
6:35 Ach ja...heute ist Doppeldonnerstag im Radio. Es läuft das Gewinnspiel mit doppelter Gewinnchance...bei der Gelegenheit fällt mir ein: Es ist auch Doppelschicht-Donnerstag. Scheiße. Heute Nachmittag schon wieder die Klimaanlage...
9:00 Feddich. Jetzt fahr ich nach Hause und leg mich wieder hin bis zur Nachmittagsschicht um zwei.
10:00 Das ist ja blöd. Ich bin gar nicht müde, zu viel Kaffee zwischen 5 und 9 Uhr. Mist Mist Mist, ich wollte doch schlafen. Naja, setz ich mich noch mal kurz an den Computer.
11:30 Jetzt robbe ich seit Minuten auf dem Fußboden herum, um herauszufinden, woher dieses seltsame Piepen kommt. Ich meine ich hätte grob die Richtung 'unten' ausgemacht. Doch krieche ich nach unten links, so klingt es, als käme das Piepen von unten rechts. Krieche ich aber dorthin, meine ich wieder, es links gehört zu haben. Ich denke kurz über mich und meinen Geisteszustand nach, komme aber zu keinem repräsentativen Ergebnis.
11:31 das nervt dermaßen. Jetzt geh ich auf die Couch.
12:45 der Wecker, der Wecker - Mittags ist ja noch schlimmer als 4 Uhr! Alles Arschlöcher. Ich versuche an die traurige Zeitungsfrau zu denken und zwinge mich, die Augen offen zu halten.
13:45 ich bin wieder hier....sehe die Klimaanlage durch die Glasscheibe und finde sie noch blöder als heute morgen.
16:00 die Sendung beginnt
18:00 Vorbei. Ich kann mich an nichts erinnern, oh Gott. Jetzt fahr ich nach Hause und warte, ob sich irgendwer beschwert. Wenn der Chef anruft, seh ich's positiv: morgen nicht mehr um 4 Uhr aufstehen..

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die geliebten Fellpantoffeln
















Heute war Anjo zu Besuch. Stilsicher wie üblich trug ich meine heißgeliebten, polnischen Fellpantoffeln. "Frau Strauß, sag mal, wo hast Du denn bloß diese Schuhe her???"

......Die hast Du mir mal geschenkt.....

Dienstag, 27. Oktober 2009

Ruhe - mein Rezept


Ach Leute,
heute ist mir so nach Ruhe. Die Ruhe, die den nahenden Sturm abschwächt. Die Ruhe, die dem Sturm einen Sinn gibt. Die Ruhe, die Dich den Sturm sicher betrachten lässt. Die Ruhe, die Dir hilft zu erkennen, dass da gar kein Sturm ist.
Kopf aus - Ruhe an.



bitte klick: mehr Rezepte

Montag, 26. Oktober 2009

Lieber Dieb, ...


Gerade entdeckt, mit dem größten Verständnis für den wütenden Eigentümer.

Samstag, 24. Oktober 2009

Hotelbetten voll ausgenutzt

Ich habe schon mal in einem Hotelflur mitten in der Nacht Golf gespielt. Das hatte zur Folge, dass der Mann aus Zimmer 243 mir irgendwann in Unterhose zu verstehen gab, dass er zwar an sich nichts gegen Golf habe, doch leider morgen früh raus müsse. Kurz: "Könnten Sie bitte mit dem Scheiß aufhören?"
Jajaaaaa,ist gut......Dabei kann ich gar nicht golfen. Ich wurde überredet.

Als ich heute auf folgende Seite stieß, wusste ich, es hätte auch schlimmer kommen können....für den Mann, für mich...für das Hotelbett. Viel Spaß beim Nachmachen!!!

bitte, klick: Spring baby, spring!!

Freitag, 23. Oktober 2009

Das Redegewand

Wenn wir morgens schon mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen, bedeutet das, wir sind spätestens abends total krank?

Wenn eine Grippe im Anzug ist, nehme ich an, sie trägt sonst nur Jeans?

Wenn Politiker für etwas grünes Licht geben, oder die Weichen stellen, heißt das, wir werden von einem Bahnhof aus regiert?

Eine Veranstaltung wirft ihre Schatten voraus. Kombiniere: die Sonne scheint von hinten auf die Veranstaltung = Schlagschatten voraus!

Hier kommt der aktuellste Verkehrshinweis. Der muss ja besser sein, als der aktuelle. Ist vermutlich der einzigst wahre...

Wenn die Kassen klingeln, dann sind sie vielleicht dem Postmann auf der Spur.

Warum wollen wir uns Leute mit ins Boot holen und nicht ins Auto?
Vielleicht weil wir damit bisher gut unterwegs sind?

Wenn Köpfe rauchen, warum ruft niemand die Feuerwehr?


Sie sind von der Presse und lieben das Schreiben ohne lästiges Nachdenken?
Dann empfehle ich Ihnen folgendes Angebot:


bitte, klick: Baukasten für Presseinfos

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Tiernamen


"Ja komm Schnecke, fein...komm schon Mäuschen, so ist's brav."

Denken Sie jetzt bitte nicht, wir haben es hier mit einer Schnecke zu tun. Oder einer Maus. Kleine Maus (chen). Nein. In diesem Fall handelt es sich um ein Kamel, das gerade vom Tierpfleger dazu überredet wird in seinen Stall zu gehen. Medienwirksam versteht sich, im Fernsehen. Tiger, Erdmännchen und So....Diese Sendungen sind ja immer noch sehr beliebt. Auch bei mir. Aber was wirklich richtig nervt ist dieser völlig irrgeleitete Gebrauch von Tiernamen. Der Elefant wird zum Häschen, die Giraffe zum Schneckchen und der Papagei zum Bärchen. Was soll denn das? Können wir es nicht einfach bei den Namen belassen, die sich der liebe Gott für uns ausgedacht hat? Der wird sich doch sicher etwas dabei gedacht haben. Ein Kamel ist ein Kamel ist ein Kamel.

Sekunde...."ja Haaaaasi, ich komme!"

Dienstag, 20. Oktober 2009

Das "Fies-Gen"


Wir Menschen können ganz schön fies sein. Und dumm. Fies und dumm, was für eine unangenehme Kombination. Das ist mir neulich wieder einmal aufgefallen, als ich mit meiner Freundin auf einem Konzert war. Wenn Du nicht schon 10 Stunden vor Beginn da bist, kannst Du Dir den Platz in der ersten Reihe abschminken, das ist klar. Aus dem Alter sind wir aber auch raus, haben wir beschlossen und sind kurz vorher angekommen. Da war immer noch jede Menge Platz. Also haben wir uns einen Schönen ausgesucht, auf dem wir gute Sicht auf die Bühne hatten. Das macht ja schon glücklich, wenn du da stehst und denkst: "Geil, ich hab einen guten Platz erwischt!" Dieses Glück hält so lange, bis einer kommt, der auch nicht 10 Stunden vor Beginn da war und sich direkt vor Dich stellt. So wie dieses Pärchen, dass sich nicht einfach nur dahin gestellt hat, sondern immer so doof von rechts nach links schwankte. Knutschend auch noch. So hatten wir also Sicht auf die Bühne, immer wenn Sie nach rechts geknutscht haben. 21, 22, 23 und da knutschten sie auch schon wieder in die andere Richtung und uns blieb eine hervorragende Aussicht auf deren Köpfe. Weil knutschend, im Profil, versteht sich. Da entsteht Hass, sag ich Ihnen. Also nicht wirklich, aber man könnte es spontan für solchen halten. Welche Gedanken uns da durch den Kopf geschossen sind, au weia....Dabei hätten wir uns nur kurz vorstellen müssen, was die hinter uns wohl gedacht haben. Immerhin haben wir beide unsere Köppe ja auch immer dann tuschelnd zusammengesteckt, wenn vor uns mal wieder ein Knutschschwenker nach links dran war. So haben wir uns alle vielleicht ein bisschen gehasst, auf dem Konzert, dass so schön war. Wenn man einfach mal hingehört hat. Wir haben also beschlossen uns in Zukunft ein wenig toleranter zu geben. Das tut nicht nur gut, das macht auch Eindruck. Und um das zu festigen, zu üben, gehen wir demnächst ins Kino. Und wenn dann der 3 Meter Mann mit Hut und Irokesenschnitt direkt vor uns Platz nimmt....phhhhhhhhhh...abwarten.

Montag, 19. Oktober 2009

Morgen frisches Obst + Gemüse


Jetzt vertrösten die mich schon zum dritten Mal......also gut. Komme ich morgen wieder. Dann gibt es ja auch vieles mehr.

Samstag, 17. Oktober 2009

Frau Strauß wundert sich

Jetzt bin ich verwirrt. Verwundert und doch entzückt. Habe ich mich nicht vorhin noch über den irrsinnigen Parkplatzschwund am Fürstenplatz geärgert? Hatte die Stadt doch zwei wertvolle Autoparkplätze für zwei verschwenderisch installierte Fahrradständer geopfert. Wenige Stunden später sieht es am Tatort so aus, als wäre nichts gewesen. Die Radständer sind auf ebenso rätselhafte Weise wieder verschwunden, wie sie gekommen waren. Sollte es tatsächlich so einfach sein oder steckt dahinter vielleicht eine gemeine, niederträchtige Verschwörung? Jetzt sieht es doch glatt so aus, als hätte ich gelogen. Wow. Die (da oben) sollte man besser nicht unterschätzen.
Für den Fall, dass dieser Blog im Rathaus gelesen wird: "Wie wäre kostenloses Parken für alle?" Versuchen kann man's ja mal.

Freitag, 16. Oktober 2009

Frau Strauß ärgert sich



Was bitte soll das denn jetzt? Da wo gestern noch zwei dringend gebrauchte Autoparkplätze waren ist jetzt ein Fahrradständer. Wenn wir es überhaupt so nennen wollen. Eine Erbse auf 10 Litern Wasser macht ja auch noch keine Suppe. Also Moment, ich muss mich beruhigen....Parken in der Stadt ist nämlich nicht ganz einfach. Sagen wir, es ist verdammt schwierig. Und dann tauschen die (da oben) einfach Auto- gegen Fahrradparkplatz. Nichts gegen Radfahren, das tue ich auch aber noch nie habe ich mich über einen Mangel an Parkplätzen für mein Fahrrad beschwert. Davon gibt es hier am Fürstenplatz grob überschlagen etwa zwanzig! Mal abgesehen davon, dass Fahrräder immer eine Lücke finden. Wenn wir uns die Sache genau anschauen, fällt uns auf: Rechts, links und herum des neuen, so genannten Fahrradständers ist noch ausreichend Raum für....ja wofür? Spontan hätte ich jetzt gesagt, Mensch, da würden ja hervorragend noch zehn Fahrradständer hinpassen...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Schöner Wohnen

Durch die vergitterten Fenster entsteht ein ganz neues Gefühl der Sicherheit und Sie haben eine kaum getrübte Aussicht auf die Stadt.

Auch von Innen bietet das Zwei-Sterne Haus kaum dagewesenen Komfort. Die Zimmer sind von eleganter Schlichtheit und verströmen den Duft der Freiheit.

Wenn die Freiheit s t i e r b t


Freiheit stierbt durch Sicherheit? Mag sein. Die Grammatik hat's auch schon erwischt.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Pimmelwurst



...da reg ich mich seit Jahren über die Eltern auf, die ihren Kindern Phantasiewörter beibringen (Platz 1 der Top Ten: 'Teita gehen') und dann das. Da muss ich mich wohl mal entschuldigen. Ich hatte ja keine Ahnung....Seit der Entstehung dieses Beweisfotos lebe ich allerdings in ständiger Angst, mir könne demnächst der Pipimann begegnen..

Montag, 12. Oktober 2009

Big Apple

Ich erwähnte es: in den vergangenen Tagen hatte ich's nicht so mit dem Sprechen. Akuter Stimmverlust. Oft aber reicht es aus, die Augen zu öffnen, damit alles gesagt ist. WG Party: Manche Gäste waren schon lange vor dem Mob da. Das Etikett belegt: dieser Apfel wartete bereits seit Juli auf seinen Einsatz. Dass dort auch 'Delicious' draufstand, empfinde ich allerdings als übertriebene Effekthascherei.

Freitag, 9. Oktober 2009

Ohne Worte



Das habe ich also nun davon, auf der letzten Party Alles gegeben zu haben. Wirklich Alles und vor allem das Wichtigste: Meine Stimme. Irgendwo zwischen American Boy und dem Highway to Hell muss ich sie verloren haben. Niemand hat seitdem mehr etwas von ihr gehört. Das ist traurig. Vor allem für mich, denn nun lerne ich seit mittlerweile 5! Tagen, was es bedeutet, die Klappe zu halten. Das ist nichts für mich. Noch nicht einmal ein kleines Selbstgespräch funktioniert. Und ständig bist Du mit Versuchungen konfrontiert, von denen Du gar nicht wusstest, dass es sie gibt. Das Telefon klingelt, was soll ich tun? Drangehen bedeutet Sprechen. Kann ich nicht. Der Nachbar begegnet Dir im Flur, was soll ich tun? Nicht zu grüßen bedeutet unhöflich zu sein. Aber ich kann nicht. Du bist mit Freunden auf ein Bier verabredet, was soll ich tun? Hingehen, denn Trinken kann ich ja. Absagen und riskieren eine Ausrede benutzt zu haben? Kurz: es läuft nicht. Es läuft genau genommen Nichts! Ganz zu schweigen (...) vom Job. Im Radio überlebst Du nicht lange ohne Stimme. "Hallo meine sehr verehrten Damen und Herren, willkommen zu unserer 3-stündigen Schweigeminute..." Wie gesagt, es läuft nicht. Das Tonstudio ruft an: "Frau Strauß, wir haben einen Job für Dich." "Krächszzzääcch zz chzzz rr." "Oh, verstehe. Naja, dann ein ander Mal.." Wie gesagt, es l ä u f t nicht. Nur ein Gutes hat das Ganze. Ich habe unfreiwillig mit dem Rauchen aufgehört. Denn - Sie ahnen es - Rauchen und kaputte Stimmbänder: das läuft nicht!

Heute ist Wochenende. Zwei Parties stehen an. Was soll ich tun? Vielleicht gehe ich hin, drehe die Musik so laut auf, dass niemand mehr sein eigenes Wort versteht. Dann falle ich nicht mehr so auf mit meiner Zeichensprache. Alles schweigt auf mein Kommando!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Ode an den Fürstenplatz

Wer am Fürstenplatz lebt, darf sich glücklich schätzen. Denn die große Krise der Dealer und Kleinkriminellen ist vorbei, schon seit Jahren. Alle gebliebenen Mängel gehören zum Charme. So wie die Tauben, die sich gerne auf dem Platz tummeln um nach weggeworfenem Keks und Brötchen zu suchen. Meist finden sie, dank des Kinderspielplatzes und der lockeren Hände der Kinder. Manchmal, ganz früh am Morgen, kommen die Sanitäter,














um liegengebliebene Menschen wiederzubeleben. Das ist nett. Viele Menschen gehen erst spät ins Bett, vielleicht weil die Tischtennisplatten auf dem Platz zu hart sind für eine ganze Nacht. Und ach, wie entzückend die Mutter morgens um 4 Uhr 30 mit ihren Kindern auf der Schaukel spielt als gäb es kein Morgen mehr. Auch Burak und Deniz besuchen den Fürstenplatz gerne und oft. Immer wenn Sie Ihre schnellen Autos aufgetankt haben, rasen Sie durch die 30er Zone, so schnell, dass sie nicht einmal mehr winken können. Weniger schnell geht es im Supermarkt am Platz zu. Dort kann man sich Zeit lassen. An der Kasse. Gerne lassen sich die Angestellten vom Kunden auch mal erklären, wie das Gemüse auf dem Laufband heißt. Ja, wissbegierig sind sie, die Menschen am Fürstenplatz. Brauchst Du nur etwas Alkohol, dann gehst Du am besten zum Kiosk um die Ecke. Der Chef passt immer auf Dich auf, damit Dir kein Fehler unterläuft: "Vorsicht!!! Das ist alkoholfreies Bier!!!!". Im Hintergrund immer der Fernseher, die guten alten Zeiten laufen da. Ein Colt für alle Fälle, das A-Team...Wenn es Sommer wird, am Fürstenplatz, dann kommen Petrov und Pavil mit ihren Freunden und belegen die Bank. DIE BANK. Dort angekommen, beginnen Sie zu reden. Es ist auch nicht schlimm, wenn man den Einstieg verpasst hat. Das Thema bleibt immer gleich. Zwischendurch: Bier holen. "Vorsicht!!! Das ist alkoholfreies Bier!!!!". Im Café an der Ecke ist es gemütlich. Da gibts Kaffee und Frühstück. Der Ausblick auf den gesamten Platz ist Dir sicher und auch auf dem Platz selbst sitzt es sich sehr gut. Ein Plätzchen am Brunnen oder auf einer der Bänke, ein Buch und alles wird gut, während die Tauben um deine Füße schleichen und Kekse suchen. Im Winter Schneeballschlacht und Glühwein. Der Platz ist immer schön. Tag wie Nacht. Sommer wie Winter. Fürstenplatz, ich liebe Dich!
Bitte, klick: Mehr Bilder von Platz und Kiez

Dienstag, 6. Oktober 2009

Man, mann, manno

Warum tun wir Menschen uns so schwer damit, zu sagen, was wir denken? Einfach raus damit, ohne Umwege, zack! Das scheint ein Problem zu sein. Um uns auszudrücken, schlagen wir mitunter sehr verworrene Pfade ein. Ich erinnere mich an eine Szene aus dem Kunstunterricht damals in der 5. oder 6. Klasse als meine Mitschülerin Elke auf mich zukommt, ihr frisch gemaltes Bild in den Händen: "guck mal Frau Strauß, ist mein Bild nicht hässlich?" Ich schwöre Ihnen, wortwörtlich das hat sie gesagt aber ich nehme stark an, dass sie eigentlich fragen wollte:" wie gefällt Dir mein Bild? Ist das nicht schön?" Hätte Elke eben das gefragt, wäre meine Antwort milder ausgefallen. Sicher hätte ich geantwortet, dass es sich hier um ein durchaus annehmbares Kunstobjekt handelt, aber so. "Ist mein Bild nicht hässlich?" Da kann ich doch nicht widersprechen. Strafe muss sein, dachte ich und es wurde eine schonungslose Antwort auf Bestellung: "Ja, da hast Du absolut recht, was ist das nur für ein hässliches Bild?!" Niemand kann sich, erst einmal in solch vertrackte Situation hineinmanövriert, ernsthaft über diese Antwort beschweren. Bestätigt das Gegenüber doch nur die eigene Aussage. Warum tun wir Menschen uns das an?

Manchmal wollen wir aufregende Neuigkeiten erzählen, ohne sie direkt zu erzählen. Scheinbar belanglos dahingesprochene Halbinformationen sollen zum Nachfragen anregen "Mensch, der Thomas Gottschalk, das ist ein ganz ganz netter Typ." Wenn Sie auf diesen taktisch platzierten Hinweis nicht eingehen wollen, dann sagen Sie anstelle von " Woher kennst Du den denn?" einfach "Ja, ich weiß." Dann werden Sie zwar vorerst keine Einzelheiten erfahren aber Ihr Gegenüber spricht in Zukunft vielleicht Klartext.

Eine weitere Form, sich um Gefühle, Meinungen herumzudrücken ist das "man". Man kann das so nicht sagen. Da fühlt man sich schon betroffen. Da war man sehr sehr glücklich. Wie bitte? Wer war da glücklich? Warum sagen wir es denn nicht einfach: als mein Kind geboren wurde, da habe ich mich so sehr gefreut. Aber nein...stattdessen höre ich immer wieder den Satz "da war man schon glücklich, nach der Geburt." Ich verstehe einfach nicht, warum wir das tun.
Da muss man doch was machen. Das kann man doch so nicht durchgehen lassen. Da ist man am Ende seiner Weisheit.

Montag, 5. Oktober 2009

Wetten Dass wir uns ekeln?

zu Beginn dachte ich noch, es handele sich hier um eine postalkoholische Vision. Eine Halluzination mit ZDF Logo. Der verkaterte Sonntag Morgen verleitete zum Zappen auf der Couch und ich entschied mich für die Wiederholung von Wetten Dass?. Da weiß man was man hat. Handfestes Familienfernsehen. Als ich einschaltete sah ich gerade die Nase eines Mannes in einem Gummistiefel verschwinden. Augenreiben - das Bild blieb. Und dann kams noch besser: "....mhhh, oh, das ist schwer....schnüffel...ah, Birgit", sagte der Wettkandidat mit einem stolzen Lächeln im Gesicht und die Besitzerin des Stinkstiefels durfte aufstehen und sich in Ihrer ganzen Schönheit dem Publikum präsentieren. Samt Fuß. Oh bitte! Das auf angeschlagenen Magen. Ekelhafter gehts ja wohl nicht.

Wetten dass doch?

Spätenstens nach der nächsten Wette wusste der verkaterte Zuschauer, wie viel er am Vorabend wirklich getrunken hatte. Schon als der Kandidat das Wort 'einspeicheln' benutzte, um die Wette zu beschreiben, war mir klar: das wird harter Stoff. Kaum ausgesprochen rotzte der Kandidat auch schon einen langen Spuckefaden in die Tiefe, um dort auf eine Briefmarke zu treffen und diese in einen nebenstehenden Behälter zu befördern. Was für ein Anblick! Aber warum rege ich mich eigentlich auf, liebe Freunde des schlechten Geschmacks? Was ist so schlimm an stinkenden Schuhen und angesabberten Briefmarken? Eigentlich sind wir doch Gruseligeres gewöhnt. Nur wenige Stunden später lief "Schwiegertochter gesucht" - da hab ich direkt wieder nen Schnaps gebraucht.

Sonntag, 4. Oktober 2009

Es war eine gute Party

- wenn Du dahinschmilzt, weil der engagierte Sänger sooooo toll singt und Dir dann erzählt, er sei eigentlich nur der DJ.
- wenn Du am Tag danach um 14 Uhr noch immer beschwingt darauf warstest, dass der Restalkohol verschwindet.
- wenn Du am nächsten Tag Fotos auf Deiner Kamera entdeckst, mit denen man vielleicht noch mal richtig viel Geld erpressen kann. Vorausgesetzt, Du findest heraus, wer diese Menschen auf den Bildern sind..
- wenn Du schon morgens mit dem Gedanken an alkoholische Erfrischungsgetränke aufwachst.
- wenn Deine Hand schmerzt und Du Dich beim besten Willen nicht daran erinnern kannst, warum.
- wenn Du erkältest hingehst und gesund nach Hause kommst.
- wenn der DJ es schafft, selbst die gruseligsten Musikwünsche cool klingen zu lassen.
- wenn Du mitten in der Nacht merkst, Du hast ja doch mörderischen Hunger, genau in dem Moment wo das Buffet leer ist.
- wenn Du peinliche Dinge getan hast, ohne Dich dafür zu schämen.
- wenn Du der letzte auf der Tanzfläche bist. (Selbst der DJ ist schon weg)
- wenn Du in Deinem Blog darüber schreibst.
Dann war es eine gute Party. Es war eine gute Party. Mann, war das ne gute Party!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Das Geheimnis des Erfolgs

..ist schlicht. Und deprimierend außerdem. Seit gestern bin ich mir ganz sicher, dass Humor und Volksmusik einiges gemeinsam haben. Je schlichter, desto erfolgreicher lautet vermutlich das Geheimnis, oder liebe Leute, ist es nicht so? Wenn plötzlich so ein Florian Silbereisen um die Ecke kommt und uns selbstbewusst ins Ohr trällert "...denn heute Abend wird viel gelacht, es wird gefeiert bis in die Nacht, wir haben uns viel ausgedacht, und deshalb nehmt euch jetzt in Acht!", dann schmilzt des Volkes Herz dahin.

Und so wundert es mich auch nicht, dass es im Bereich der Witzigkeit ähnlich abläuft. Wir haben da im Radio so eine Zwei-Mann-Comedy, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass es am Ende nie eine Pointe gibt. Nie! Vorsätzlich! Und die Menschen lieben es. Da stehe ich also jeden Morgen in diesem Radio und denke und denke und denke über gute Worte nach. Dass sich der Hörer auch bloß amüsiert und dann kommen die mit Ihrer Comedy ohne Witz und Verstand und die Welt rollt sich ab. Das ist so gemein. So gemein ist das. Deswegen hör ich da gar nicht mehr hin. Auch schon aus Protest, weil die Menschen die ja viel lieber haben als mich und das kann ein narzisstisches Wesen wie ich schon mal gar nicht ertragen. So! Aus! Ich hör nicht hin, laaalaaalaaa!

Gestern waren die beiden zu Gast im Radio. Scheiße, die sind total nett. Nett und erfolgreich. Und so langsam dämmert's...die sind nicht nur total nett und erfolgreich, die sind total nett, erfolgreich und richtig schlau! Wer interessiert sich schon für die Pointe, wenn ich auch ohne mit nem dicken Mercedes vorfahren kann. Der Manager fährt!

Diese Erkenntnis macht es nicht weniger deprimierend, ganz im Gegenteil. Gerade in diesem Moment läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Wenn ich die Typen ohne Witz beim ersten Kennenlernen plötzlich total nett finde (immerhin hab ich heute morgen deren Comedy aufmerksam verfolgt), was bitte wird passieren, sollte ich jemals auf Florian Silbereisen treffen?

Ich sehe mich schon im Musikantenstadl. Erste Reihe. Vor Freude weinend.

Montag, 28. September 2009

T-Shirtsprüche


Gestern war Nordstraßenfest in Düsseldorf und die Geschäfte hatten geöffnet. Warum ich ausgerechnet in den Laden mit den T-Shirtsprüchen gegangen bin...man weiß es nicht. Jedenfalls dauerte es nicht lange, da fiel mein Blick auf die T-Shirts für Kinder. Als ich da so unmotiviert daraufstarrte, kam die Verkäuferin dazu und guckte (wesentlich motivierter) zurück. Wenn die mich so freundlich anlächelt, dachte ich, muss ich doch mal was sagen und dann kam's: "Sprüche auf Kindershirts find ich total bescheuert! Ich mein, das ist doch irgendwie unfair, die können sich ja gar nicht wehren! Welches Kind würde sich denn freiwillig so merkwürdige Dinge aufs Hemd drucken wie VON NULL AUF NERVENSÄGE IN 5 SEKUNDEN oder TERROR, CHAOS UND KRAWALL - MEIN WERK IST GETAN? Das würden die doch niemals sagen, die können ja noch nicht mal was sagen, geschweige denn lesen." Jetzt fühlte sich die Verkäuferin logischerweise genötigt, zu antworten (weiter sehr erstaunlich sehr freundlich bleibend): "Wissen Sie, die T-Shirts sind ja auch mehr für die Erwachsenen, die können ja lesen." "Ja genau", sage ich, "das ist ja das Problem. ICH kann lesen und ich find's eben total bescheuert!" Und bevor die Verkäuferin - der inzwischen sicher klar war, dass Sie mit mir wohl eher kein Geschäft machen wird - antworten konnte, redete ich weiter. "Das ist ja auch ein gesellschaftliches Problem. Da steht dann da WENN MAMA UND PAPA NEIN SAGEN, FRAG ICH OMA UND OPA. Wo soll das denn hinführen, wenn sich andere Leute einfach über das erzieherische nein der Eltern hinwegsetzen? Wenn Mama und Papa nein sagen, dann haben Oma und Opa da ja wohl nicht dazwischen zu quatschen. Kein Wunder, dass unsere Gesellschaft...." Hier hörte ich auf. Vielleicht ging das jetzt doch zu weit. Die Verkäuferin kann ja nun wirklich nichts dafür, dass sie so dämliche T-Shirts verkaufen muss. Vielleicht sollte ich meine Abneigung auch noch einmal überdenken. Ich kann mir ja auch mal was aufs Hemd drucken. T-Shirtssprüche find ich blöd oder so...Wer weiß, welche Druckfolie die Verkäuferin demnächst für so wahnsinnige Kunden wie mich bereit hält? "Kommen Sie bitte nie wieder oder halten Sie wenigstens die Klappe!" In meinem Fall würde zumindest der erste Teil wirken.

Sonntag, 27. September 2009

Der Törn Teil 3 - Schöne Aussichten

Wenn wir nicht im Hafen lagen, haben wir den Anker in den vielen Buchten des Landes ausgeworfen. Das ist natürlich viel besser als im Hafen, weil die Aussicht da so romantisch ist und überhaupt alles viel idyllischer aussieht. Da muss ich sagen, war es vor allem schön, als wir uns einen Tag nach Griechenland geschlichen haben. Darf man gar nicht unangemeldet. Haben wir aber einfach gemacht. Um nicht aufzufallen, musst Du unbedingt die Beflaggung ändern. Ganz dumm läufts nämlich, wenn Du mit der türkischen Flagge nach Griechenland einmarschierst oder schlimmer noch: umgekehrt. Wir erinnern uns: diese Sache mit der Ehre.
Es kam anders, als ich es vermutet hätte: niemand hat uns kontrolliert. Alles glatt gegangen.

Um noch kurz bei der schönen Aussicht zu bleiben, das haben die Türken wirklich raus, muss ich sagen, gibts noch eine kleine Geschichte aus dem Flugzeug. Rückflug zu dritt, großzügig und selbstlos wie ich bin, biete ich meinen Fensterplatz meinem Nachbarn an. Fürs Protokoll ist es hier wichtig zu sagen, dass ich den Platz anbot, bevor wir ihn erreichten. Denn dort angekommen, war die Überraschung groß. Im Gegensatz zur Aussicht. Da, wo eigentlich ein Fenster hätte sein sollen, war nichts. Einfach nichts. Hatten die irgendwie vergessen. Keine logische Erklärung hätte gepasst, denn in der gegenüberliegenden Reihe gab es ein Fenster. Da konnte man sogar rausgucken.
Und so endete die kleine feine Reise mit einem weiteren schönen Ausblick und vor allem der schönen Aussicht auf: NICHTS.

Die Sache mit dem Rotweinfleck auf der Rückseite meines T-Shirts und die seltsame Verfärbung meines rechten großen Zehs bleibt übrigens ungeklärt. Ich habe die Vermutung, dass das auch gut so ist.

Der Törn Teil 2 - Exotische Speisen



Alles in allem war es aber wirklich schön. Und für so unangenehme Zwischenfälle, wie in der Duschkabine des Hafens bei Didim hatten wir ja den Alkohol an Bord.
Abends sind wir dann gerne mal essen gegangen. Das war besonders aufregend, weil die da so außergewöhnliche Speisen angeboten haben.

Samstag, 26. September 2009

Der Törn Teil 1 - Steigerung des Grundmisstrauens


Wie kommt eigentlich der Rotweinfleck hinten auf mein T-Shirt und warum hat mein rechter großer Zeh so eine seltsame Farbe? Der Türkei-Segeltrip hat Spuren hinterlassen. Aber von vorn: Die 30 Liter Wein haben wir geschafft. So was ist ja auch eine Frage der Ehre und die ist besonders in einem Land wie der Türkei besonders wichtig. Hab ich gehört. Kommen wir zu dem, was ich gesehen habe.

Urlaubsfotos. In der Regel eine harmlose Sache, es kommt allerdings ganz dringend darauf an, wer sie macht. Oder anders ausgedrückt: Dem Arschloch in der Duschkabine neben mir, dem hätte ich aber...dem hätte ich den Fotoapparat aus der Hand schlagen, darauf herumtrampeln, ihn verprügeln sollen. Oder ich hätte ihn zurück fotografiert und dann wäre aber das Segeltörn-Abwehrkommando mal so richtig freundlich mit geballter Faust in Erscheinung getreten.
Hab ich aber alles nicht gemacht. Mit so was rechnet doch auch keiner, Scheiße! Wobei ich hätte gewarnt sein können. Schon zwei Tage vorher musste ich mich zumindest wundern, als der Reinigungsmän an meine Duschkabine klopfte, weil er putzen wollte. (Ich mein, was macht überhaupt der Kerl in der Frauendusche und klopft da an Türen?? Hat der tatsächlich gedacht, ich würde ihn mal eben reinlassen, damit er feucht durchwischen...tse..) "Ist grade etwas ungünstig", rief ich, "überraschenderweise...!" Die Aktion fand ich zwar total beknackt, aber noch nicht bedrohlich. Wie dumm von mir.

Als ich den Schatten zwei Tage später oben rechts in der Nachbarkabine sah, hab ich mich schon kurz gewundert, weil es zu dem Schatten kein passendes Duschgeräusch gab. Und als ich fertig war mit Wundern und noch mal hochgeguckt habe, da war da -zack- auf einmal diese Handykamera. So weit oben, da wär ich gar nicht drangekommen. Also hab ich nur gerufen, dass der Typ ein Arsch sei und er aufpassen solle. Süper. Hat er sicher Angst gehabt, als er ganz entspannt und unversehrt wieder aus der Dusche geschlichen ist. Mist, Mist, Mist!
Jetzt wo der Schreck weg ist, bleibe ich mit dem grausamsten aller Gedanken allein zurück:
Hoffentlich ist es wenigstens ein schönes Foto geworden.

Samstag, 19. September 2009

Hart am Wind

Warum nur denke ich überwiegend an Chaos, wenn ich an die kommende Woche denke? Es handelt sich um eine kleine Urlaubswoche in der Türkei. Auf einem Segelschiff. Mit an Bord die Band* und der Mann. Genauer gesagt: Gitarre, Schlagzeug, Gesang und der, der Zuhört.
4 Leute auf einem kleinen Segelschiff, das bedeutet: Platz sparen wo es nur geht. So habe ich für meine Verhältnisse sehr wenig eingepackt. Den größten Raum nimmt der Wein ein. Dazu gleich mehr. Der Fön bleibt daheim und damit wohl auch die Frisur. Schade. Freue mich jetzt schon auf das Wiedersehen. Zurück zum Wein. Gitarre, der gleichzeitig auch der Schiffsbesitzer und damit der Chef ist, trug folgendes auf: "Bringt bitte jeder einen 5 Liter Kanister Wein mit." Hui, dachte ich noch und hab dann schnell mal nachgeguckt, wie viel Alk man denn da so mitbringen darf in die Türkei. (Da hab ich zum ersten Mal gedacht, dass es doch gar nicht sooo schlecht wäre, die in der EU zu haben). Nur 1,5 Liter sind erlaubt. Da liegen wir ja irgendwie knapp drüber. Weil ich auf gar keinen Fall in den Knast will und schon gar nicht ohne den Wein, der dann ja daran Schuld wäre, frag ich noch mal schnell nach beim Chef. "Sag mal, hat der Zoll bisher nie gemeckert, wenn Ihr da 5 Liter Wein...?" Antwort: " Nein. Kein Problem. Letzten Herbst hatten wir insgesamt 75 Liter mit. Wenn sie mal fragen, dann sagt man, das ist für einen Segeltörn. Ach so, sagen die dann."
"Ach so", hab auch ich dann gesagt und einfach mal geglaubt, dass das stimmt.


*Details folgen

Freitag, 18. September 2009

Schweineschön!

Er sah so glücklich aus, als er mit seiner neuen Frisur den Barbier um die Ecke verließ und so das erste Mal auf die Straße hinaustrat. Ich hatte ihn sofort gern.

Mittwoch, 16. September 2009

Es gibt ein Mittel gegen "kalt"

Neee was ist das schön in so 'ner Altbauwohnung. Im Sommer kühl und im Winter auch.
Woran merke ich, dass der eine sich verabschiedet und der andere schon ein sanftes Servus säuselt? Ich sitze hier mit meinen polnischen Fellpantoffeln an den Eisfüßen und friere mich so richtig ein. Ich glaube sogar schon ein leichtes Kratzen im Hals zu spüren...rrr...rrrrrr...oh ja. Das könnte ein Schnupfen werden. Das muss der nahende Winter sein. Kopfschmerzen krieg ich auch, je mehr ich über dieses Wetter nachdenke. Alles eindeutige Indizien für den Winter in Spe.

Doch selbst wenn es all diese Anzeichen nicht gäbe, wüsste ich doch ganz eindeutig und immer sofort, wann der Winter nicht mehr wegzudiskutieren ist. In allen Gesprächsrunden in Cafés, auf der Arbeit, im Supermarkt und natürlich auch im Internet begegnet mir immer öfter die Frage: "Soll ich jetzt die Heizung anmachen oder nicht? Wir haben doch erst September." Sehr richtig, liebe Freunde, wir haben erst September. Aber wir haben auch kalt. Und so beginnt mich diese Frage langsam zu nerven. (Jetzt schon - dabei haben wir doch erst September...) Heizung: Ja oder Nein. Schwierig, schwierig, scheint hier eine Entscheidung zu sein.

Sach ma: sind wir denn alle nicht ganz richtig im Kopf? Total benagelt? (Oder ironischerweise schon eingefroren?) So schwierig kann das doch nicht sein: Wenn's kalt ist, muss man's warm machen! Ist doch irgendwie logisch, oder nicht? Wenn ich Hunger hab muss ich essen, wenn ich Durst hab trinken und wenn mir kalt ist, dann kann ich doch verdammt noch mal auch die Heizung anmachen. Wer oder was bitte hindert mich? Meine Wohnung, mein Leben, meine Entscheidung!

So, sehr schön. Das hab ich ja dann für mich geklärt. Muss ich nur noch aufstehen, mit meinen polnischen Fellpantoffeln rüber zur Heizung gehen und das Ding einschalten. Im September. Sechzehnter.

Heizung im September. Neee. Da zieh ich mir lieber noch 'n Pulli drüber.

Dienstag, 15. September 2009

Auf Wiedersehen Patrick


Patrick Swayze ist tot und das macht mich tatsächlich ein wenig traurig. Immerhin war unsere Beziehung in den 80ern doch sehr innig. Wenn auch eher einseitig. Will sagen: dass ich ein Poster von ihm über meinem Bett hängen hatte und Soundtrack wie Film in Schleife lief, davon wusste er sicher nichts. Selbst wenn er eine Ahnung von dem hatte, was er mit Dirty Dancing in den weichen Köpfen noch weicherer Teenager angerichtet hat, es muss in jedem Fall schlimmer gewesen sein. Das zeigt mir die kleine Träne, die ich mir vorhin heimlich aus dem Gesicht gewischt habe.

Ich habe eine Wassermelone getragen!

Was viele Männer, die gezwungen wurden, den Film zu sehen, bis heute vielleicht nicht wissen:
Es handelt sich hier um einen Schlüsselsatz fürs Leben. Das echte Leben, außerhalb von Dirty Dancing Szenen. Ich will das hier gar nicht in epischer Breite aufdröseln, sollten Sie aber seit Jahren alleine mit sich und den Kartoffelchips auf der Couch sitzen, dann fragen Sie ruhig einmal nach. Ich habe nicht unbedingt eine Lösung aber möglicherweise eine Erklärung für Ihr Problem.

Lieber Patrick Swayze.
Auf Wiedersehen und vielen Dank für ein aufregendes Teenagerleben!

Kanzler Duell? Wattissdatten?

Nach dem medialen Dikat von gestern "Mhhh, was guck ich denn? Kanzler Duell, Kanzler Duell oder Kanzler Duell?" musste das ja so kommen. Die Zuschauer haben ganz woanders hingeschaut.
Mal gar nix zu schauen kommt ja sowieso nicht in Frage. Zu Hause haben wir ja noch weniger Themen, als die in der Glotze.
Wenn uns dann aber gut bezahlte Sender wie ARD und ZDF das selbe atemberaubende Programm vorsetzen, nur mit anderen Köppen in den paar Minuten vor und nach dem Totentanz, pardon, Duell, ähh Duett, ach egal, na dann sind doch die Einspieler bei RTL über Angie und Fränks Jugendzeiten fast mal eine Erfrischung.

Was haben aber die Familien Kasuppke und Paschulke getan? Sie haben noch nicht einmal die Homebase angewählt, dem gutem altem RTL. Dabei hätten wir hier wenigstens was über Mode erfahren können, wenn schon nicht über den politischen Zukunftskurs derer von "da oben".

VOX hat es richtig gemacht. Das Promi Dinner wollten die Menschen sehen! Nicht die penetrant beworbenen Simpsons, nicht den alten Tatort aus 2008 und schon gar nicht diese beiden seltsamen Leute, die über unsere Zukunft bestimmen und die sowieso keiner versteht!

Ja, es war schon ein wenig langweilig. So wie wir. Und da gut 2 von rund 14 Millionen Menschen gestern sowieso ganz woanders hingeguckt haben, nämlich auf das, was sich irgendwelche abgerissenen Promis auf den Teller knallen, hat wohl Günther Jauch in der ARD die Situation sehr richtig eingeschätzt:

"Wir haben das Programm bekommen, was wir verdienen."

Sonntag, 13. September 2009

Bambi, Pony und Herr Lehmann



Da war ich aber schon stolz, als mein selbstbemaltes T-Shirt mit dem Bambi vorne drauf irrtümlich als Designerteil identifiziert wurde. Mein Partyoutfit, das kleine grüne Bambi mit dem Schmetterling auf dem weißen Top. Dazu die schwarz-grüne 70er Jahre Kette aus dem Fundus meiner Mutter und der ebenfalls grüne Plastikring von dem ich nicht mehr weiß, wie er in meinen Besitz geriet. (Kaugummiautomat???)
Dann etwas ganz untypisches: Minirock. Jeans. Wollte ich mal ausprobiert haben, bevor sich das aus ästhetischen Gründen erledigt. Und dann ist da ja noch diese relativ neue Frisur, die ich absolut großartig finde, mein neuer Pony, Pagenschnitt oder wie der Mann auch gerne sagt: "Pottschnitt". Ich liebe die Frisur, ungeachtet aller kritischen Seitenhiebe.

Während ich also mit Bambi und Pony an der Theke der kleinen Partyküche stehe und irgendein dummes Zeug rede, was man halt so redet auf Parties, kommt Herr Lehmann rein.
Also nicht der echte Herr Lehmann aus dem Buch, sondern ein Typ, der so aussieht wie Herr Lehmann. Natürlich auch nur wie der Herr Lehmann, wie er im Film von Christian Ulmen dargestellt wird. Wie der echte Herr Lehmann aus dem Buch aussieht, das weiß ich ja auch gar nicht. Kurz: Da kommt dieser Christian Ulmen/ Frank Lehmann Typ rein und stellt sich mit an die Theke. Als ich ihn irgendwann frage, wie er denn überhaupt heisse, verweigert er die Aussage.
Darauf ich: "Herr Lehmann, oder was? Haahaa, Du siehst aus wie Herr Lehmann!"
Er: "Hab ich schon oft gehört." Ich: "Ach."
Leider verliert sich irgendwann die Spur. Herr Lehmann, mit dem es vielleicht noch richtig lustig hätte werden können, verschwand so schnell wie er gekommen war.

Heute morgen sag ich zum Mann:
"Hey, ich bin gefragt worden, ob mein Bambi-Shirt vom Designer ist."
Antwort: "Und ich bin gefragt worden, ob Du ne Perücke trägst."

Samstag, 12. September 2009

Aufwärmen

So, wie geht das denn jetzt hier? Erst mal vorstellen oder was?
Mein Name ist Frau Strauß. Schon immer. Und schon immer gerne.
Lebenslauf jetzt? Dazu möchte ich vorher etwas sagen:
Ich verachte (ausgiebig, leidenschaftlich, völlig überzogen) Menschen, die einen Lebenslauf mit 'nem pseudokreativen Witz beginnen. Sowas wie: "...nach einem stundenlangen Kampf mit meiner Mutter und umgekehrt, erblickte ich das Licht der Welt und seitdem nerve ich die Umwelt mit meinem Gequatsche".
Da könnt' ich kotzen, ehrlich. Noch dämlicher finde ich Radiomoderatoren, die erklären, sie hätten schon als Kind immer mit dem Kassettenrekorder Radio gespielt, da wäre ja damals schon ganz klar gewesen, welchen Beruf der Kleine später mal....ja was denn?
Gagschreiber für Edmund Stoiber? Das kann der aber besser, Leute, obwohl der genauso wenig etwas dafür kann, dass er witzig ist, wie die Kassettenrekorderfraktion, dass sie es nicht ist.
Aber gut, ich drifte ab und das finde ich auch grauenhaft. Könnt ich glatt noch mal kotzen.

Entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, Emotionalität ist eins meiner Lieblingslaster.
An gegebener Stelle werde ich unter Beweis stellen, dass ich auch hin und wieder der Norm entsprechende Umgangsformen benutzen kann.

So jetzt aber: Lebenslauf, schnell.
Abitur. Ausbildung zum Zweck (à la Jodeldiplom), Suche nach dem Traumberuf per Ausschlußverfahren...sowas dauert gegebenenfalls ein paar Jahre länger, lohnt sich aber.
Angekommen beim Radio. Große Liebe, ehrlich.

Und ja: ich hab als Kind auch mit dem Kassettenrekorder...aber ich würde NIEMALS meinen Lebenslauf damit beginnen!

Frau Strauß

Freitag, 11. September 2009

Frau Strauß Tag 1

Guten Tag, liebe Leser, sehr verehrtes Publikum,

bitte fühlen Sie sich hier angesprochen.
Sprechen Sie auch gerne zurück.
Ich lese alles - Sie ja offensichtlich auch.

Dafür muss der liebe Gott dieses Internet erfunden haben.
Wir wären ohne vermutlich wesentlich glücklicher, entspannter, unschuldiger. Aber wer will das schon?

Auf eine schöne Zeit,
Ihre Frau Strauß